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Herner EV: Anreise-Odyssee für Danny Beauregard / Sieg in Leipzig
Geistesblitze in den letzten Sekunden

Die Entscheidung, noch einmal für ein deutsches Team als Profi aufs Eis zu gehen, war beim Deutschland-Comeback von Danny Beauregard noch die leichteste Aufgabe. Bis er den Gysenberg erreicht hatte, musste er viel Geduld aufbringen, erlebte eine wahre Odyssee.

Aufgrund eines anhaltenden Schneesturms konnten in der Provinz Quebec keine Flugzeuge starten. So war der Kanadier gezwungen, mehr als eine Nacht am Airport auszuharren, bis sein Flug nach Europa endlich starten konnte. Da er einige Unterlagen für die Lizenzierung durch die Passstelle des LEV-NRW bei sich hatte, verhinderten die Wetterkapriolen seinen Einsatz im Spiel am Freitag in Leipzig und damit ein Mitwirken bei einem absoluten Eishockey-Krimi.

Eine Sekunde vor der Schlusssirene gelang Igor Alexandrov der Ausgleich zum 3:3. Zwei Minuten Unterzahl überstanden die Crusaders in der Overtime schadlos und 17 Sekunden vor einem Möglichen Penaltyschießen sorgte Martin Hamann für die Entscheidung, erzielte das vierte HEV-Tor. „Herner geben niemals auf“, skandierten die wenigen mitgereisten Fans, während die Anhänger der Blue Lions sich ziemlich bedröppelt auf den Heimweg machen. Zuvor hatten alle ein überaus ausgeglichenes Spiel gesehen, bei dem insbesondere die Kontingentspieler beider Mannschaften für die interessantesten Momente des Spiels sorgten.

Shannon McNevan war in einem seiner besten Spiele der vergangenen Wochen an drei der vier Treffer beteiligt. Steve Marr biss auf die Zähne und kehrte nach zwei Wochen Pause wieder ins Team zurück. Und der zweite Neuzugang Rory Rawlyk ließ nicht nur aufgrund seines Treffers zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung aufhorchen und könnte rasch zum Publikumsliebling werden. „Meine Jungs haben gut gekämpft. Sicher ist der Ausgleich eine Sekunde vor dem Ende glücklich gewesen. Aber wir haben auch bis zur letzten Sekunde gekämpft“, kommentierte Crusaders-Coach Niklas Sundblad das Spiel.

Die Leistung von Rawlyk zeigt einmal mehr, wie fatal die Entscheidung war, nicht schon zu Saisonbeginn auf zwei sehr starke Defender zu setzen. Man kann nur hoffen, dass insbesondere Einschätzungen und erdachte Handlungsalternativen von HEV-Geschäftsführer Matthias Roos nicht zuletzt aufgrund der Veränderungen in Dortmund zukünftig ein stärkeres Gewicht haben, vorausgesetzt die Beteiligten haben nicht andere Pläne.

Heute geht es gegen Deggendorf und Förderlizenzspieler Christopher Mauch wird ein letztes Mal zuschauen müssen. Nach seinem Kieferbruch vor drei Monaten wird er nun wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

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