Mithin wirkte sich aber auch die Kehrseite des kleinen Erfolgs auf die Füchse aus. „Wir standen schon ein wenig unter Druck, weil die Leute vielleicht auch dachten, das sei jetzt der Durchbruch. Aber wir versuchen momentan wirklich nur, uns auf jedes Spiel einzeln vorzubereiten.“ Oder, wie es Trainer Willy Mühlenhaus formulierte: „Die Siegchancen stehen vor jeder Partie 50 zu 50. Unser Ziel muss es immer sein, das Verhältnis zu unseren Gunsten zu kippen.“
Was ihnen gegen den ERC Ingolstadt auch ganz vortrefflich gelang: Mit 5:4 (1:1, 1:1, 3:2) rangen die Wedaustädter die Bayern nieder. Mit Moral, aber auch mit Massel. „Wir sind natürlich momentan auch ein wenig mit dem Glück des Tüchtigen verbandelt“, räumt Aksen ein. Alleine zwei Unterzahltreffer sprechen für sich. Doch die Tatsache, dass sich die Duisburger nie aufgaben, honorierten die Fans deshalb nicht weniger. Mühlenhaus wagte gar eine optimistische Prognose: „Viele kamen als Zuschauer, aber alle sind als Duisburg-Fans nach Hause gegangen.“
Einer weilte ebenfalls auf der Tribüne - und ausnahmsweise wusste ihm zu gefallen, was die Füchse dort ablieferten: EVD-Boss Ralf Pape: „Er hat das Ganze mit einem Schmunzeln aufgenommen und ist glücklich, dass sich die Mannschaft mittlerweile teuer verkauft“, berichtet Aksen. „Für ihn zählt natürlich nach wie vor die Marschroute, nicht die Negativrekorde zu brechen.“
Eine Mission, die bereits am heutigen Sonntag erfüllt werden könnte, den dritten „Dreier“ in Folge vorausgesetzt. Vor dem Match bei den Kassel Huskies will sich der Pressesprecher aber nicht an derlei Rechenspielen beteiligen: „Auch wenn es fünf Euro fürs Phrasenschwein kostet, wir bereiten uns ganz gezielt auf den Gegner vor, an mehr denken wir tatsächlich nicht.“
Dennoch darf und muss man sich im Fuchsbau natürlich Gedanken über die Zukunft machen. Noch immer steht Papes Massenkündigung im Raum, noch immer bewegt sich nichts in Sachen Vertragsauflösung. Angesichts der ordentlichen Leistung einiger Akteure muss aber auch die Frage gestattet sein, ob der ein oder andere Akteur des aktuellen Kaders nicht auch ein möglicher Kandidat für die kommende Saison wäre.
Damit endlich Bewegung in die Sache kommt, will Pape in der anstehenden Länderspielpause sein Schweigen gegenüber den Cracks brechen und eine große Aussprache ansetzen. Danach dürfte wenigstens klar sein, wer auf der Streichliste verbleibt und für wen eventuell doch noch eine Zukunft im Füchse-Dress denkbar ist.
