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Kommentar: Entscheidung gegen Müller wäre eine Grundsätzliche, aber:
Aktionismus ist fehl am Platz

Vor dem Anpfiff, als er auf dem Videowürfel kurz eingeblendet wurde, erste Pfiffe.

In der Schlussphase nach dem Ausgleich durch Dortmund wieder vereinzelte Rufe: „Müller raus!“ Es waren nur wenige Schalker Fans, die meinten, die Schuld hierfür wieder am Manager suchen zu müssen. Sie haben Recht – und auch nicht!

Denn eine Entscheidung für oder gegen Müller ist eine Grundsätzliche. Diese an dem verschenkten Sieg im Revierderby festzumachen, wäre absoluter Quatsch. Am Freitag bewies die Schalker Mannschaft, dass sie lebt, fußballerische Qualität besitzt und daher nicht komplett falsch zusammengestellt worden sein kann. Allerdings fehlt ihr immer eine gewisse Fähigkeit, um die sportliche Situation zu verbessern.

In Hannover und gegen Dortmund war es trotz guter Leistung die letzte Konsequenz im Abschluss. Gegen Bremen gelang zwar der Dreier, doch die Vorstellung in der eigenen Arena war schlecht. Nur in Bochum kamen Unvermögen plus mangelnde Einstellung zusammen.

All das kann und muss man Müller in der Endabrechnung nach dieser Saison mit anrechnen. Aber jetzt sofort seinen Rausschmiss zu fordern, wäre purer Aktionismus und kontraproduktiv. Trainer Fred Rutten und die Spieler selbst sind gefordert, ein überlegen geführtes Spiel wie das gegen den BVB zu einem guten Ende zu bringen.

Müller kann nichts dafür, dass die Truppe ab der 60. Minute den knappen Vorsprung nur noch verwaltet und, wie schon so oft in der laufenden Serie, um den Ausgleich bettelt. Er muss sich aber daran messen lassen, inwiefern die teuren Neuzugänge Jefferson Farfan und Orlando Engelaar noch irgendwann richtig einschlagen oder eben nicht. Und ob nach dem ersten Ausverkauf im Winter Edelreservisten wie Vicente Sanchez noch einmal eine Chance bekommen oder sie ihr Gehalt weiter auf der Bank absitzen.

Ob der Schalker Aufsichtsrat Müller den bei deutlich reduzierten Mitteln im Sommer dringend nötigen Schnitt im Kader noch zutraut, ist schwer auszumachen. Gremiumschef Clemens Tönnies äußert sich mal moderat, eine Woche später setzt er Müller wieder unter Druck.

Da ist keine klare Linie zu erkennen, doch das ist kein Wunder. Auf Schalke hält sich nur eine Konstante - das ist die Unruhe im Verein. Sie kommt nicht von außen, sondern ist meist hausgemacht. Sollten die Verantwortlichen dies mal erkennen und sich eingestehen, dann wäre der Verein endlich auf dem richtigen Weg.

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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