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FC Bayern: Klinsmann gerät unter Druck
Hoeneß: "Wir sehen das nicht mehr gelassen"

Die Bosse halten sich öffentlich bedeckt, doch vereinsintern rumort es gewaltig bei Fußball-Rekordmeister Bayern München.

Nach dem schlechtesten Rückrundenstart seit 15 Jahren mit drei Pleiten in vier Bundesligaspielen gerät Jürgen Klinsmann unter Druck - doch der Trainer gibt sich vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch bei Sporting Lissabon (20.45 Uhr/live bei Sat.1 und Premiere) gelassen. "Ich habe keine Angst um meine Position", sagt Klinsmann.

Zumindest laut offizieller Sprachregelung muss sich Klinsmann auch nicht fürchten. "Wir werden nicht hektisch werden. Wir werden nicht eingreifen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem 1:2 gegen den 1. FC Köln am Samstag, und Manager Uli Hoeneß warnte vor "Schuldzuweisungen". Doch Rummenigge forderte ultimativ: "Jetzt müssen wir schnell die Kurve kriegen. Und damit müssen wir in Lissabon beginnen."

Sporting und das folgende Ligaspiel beim ebenfalls kriselnden Nordrivalen Werder Bremen könnten für Klinsmann Schicksal spielen, die Zahlen sprechen schon jetzt eine deutliche Sprache: In den vergangenen elf Ligaheimspielen hat der FC Bayern mindestens ein Gegentor kassiert - das gab es noch nie. Als einziger Bundesligist hielt der FC Bayern zu Hause nie die Null, sechsmal lief er zuletzt einem 0:1 hinterher - Negativrekord. In der Rückrundentabelle liegen die Münchner auf Rang 16, ein ähnlich schwacher Start kostete Coach Erich Ribbeck 1993/94 den Job.

Klinsmann wollte "jeden Spieler jeden Tag ein wenig besser machen", doch unter ihm wurde aus der besten Abwehr der Liga eine Schießbude mit 30 Gegentoren nach 21 Spielen - mehr mussten die Bayern zuletzt in der Horror-Saison 1991/92 hinnehmen. Damals flogen zwei Trainer. "Wir sehen das nicht mehr gelassen", sagte Hoeneß deshalb.

Die fußballerisch konservativen Vorstellungen des Managers und auch die des einstigen Klinsmann-Fürsprechers Rummenigge stehen denen ihres Trainers immer deutlicher entgegen, zudem rumort es teamintern. Die Profis stören sich an der zu offensiven Ausrichtung, an Klinsmanns Forderung nach "schnellem, vertikalem Spiel" nach vorne, dem allzu oft die Absicherung nach hinten fehlt.

"Mit unserer Offensive machen wir immer Tore. Aber die Spiele werden hinten gewonnen. Wir müssen besser umschalten, vor allem bei Ballverlust", sagte Nationalstürmer Miroslav Klose im kicker. Es müsse ja nicht immer schon nach 20 Minuten 2:0 stehen, fügte er an. "Jeder muss sich mehr einbringen", mahnte Klose.

Diese Botschaft scheint bei Klinsmann angekommen zu sein. "Man kann die Dinge nicht immer nur spielerisch lösen", sagte er dem DSF, "mehr Leidenschaft und Aggressivität" forderte er. Und er setzte die Spieler unter Druck. Einen Auftritt wie gegen Köln könnten die sich "nicht noch einmal erlauben. In keinster Weise!"

Trotz der jüngsten Negativserie bewahrt sich der 44 Jahre alte Coach aber sein sonniges Gemüt. "Ich glaube nach wie vor, dass wir auf einem guten Weg sind. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den ein oder anderen Titel holen werden", sagte er lächelnd. Doch auch Klinsmann ist klar: "Wir müssen uns jetzt auch sputen. Das geht am Mittwoch in der Champions League los."

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