Der klare Tenor: In Abwesenheit des Kapitäns rappelt es im Kasten, mit dem Spielführer ist die Abwehr dicht. Und fängt man sich eine Bude, wird das aktuell in der Offensive gerade gerückt. Zuletzt gab es den Erfolg in Ahlen, gefolgt von freien Tagen, die der „Capitano“ zusammen mit Bruder Tim beim Karneval auf der Zülpicherstraße in Köln verbrachte.
Einen Karnevalstag hatte sich die ganze Mannschaft nach fünf ungeschlagenen Partien sicher verdient, Reichert legt sich fest: „Wir haben gezeigt, dass wir Potenzial haben. Jetzt kommt auch das nötige Selbstvertrauen dazu und wir behalten in kritischen Situationen einen kühlen Kopf. Zudem spielen wir einen guten Ball.“

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Weil sich mittlerweile mehr Kicker an den Offensivaktionen beteiligen. Für Reichert nur eine logische Folge der bisher geleisteten Arbeit: „Wir stehen defensiv sehr gut. Und so können sich auch die Jungs vorne mal etwas ausruhen, ohne immer komplett nach hinten zu rennen. Und dann will bei uns jeder den Ball, die breite Brust ist einfach da.“
Denn die bisher gesammelten 28 Punkte hätte zu diesem Zeitpunkt niemand erwartet. Auch nicht der Abwehrchef: „Die 20 nach der Vorrunde waren schon überraschend, weil wir schlecht in die Saison kamen.“ Wenn noch sieben oder acht Zähler dazukommen, ist der Klassenerhalt wohl unter Dach und Fach.
Gute Aussichten, trotzdem kann es bei den Gesprächen bezüglich der auslaufenden Verträge zähe Unterhaltungen geben. Weit ist man wohl schon beim Coach. Jürgen Luginger will aber keine Wasserstandsmeldungen abgeben: „Ich möchte keine Zwischenstände nennen. Aber klar ist, dass sich in den kommenden Tagen wohl etwas tun wird.“
Länger dauern dürfte es bei Reichert. Denn der hat noch nicht entschieden, wo seine Zukunft liegt. „Ich bin froh, aktuell fit zu sein. Ich will über einen längeren Zeitraum meine Leistung bringen. Ich bin sicher, ich kann noch mehr, als ich bisher gezeigt habe. Daher habe ich mir über einen neuen Vertrag noch keinen großen Kopf gemacht.“
Klar ist aber, dass es einige Bewerber gibt. Und die kommen auch aus ambitionierten Gegenden. Daher wird es für Reichert sicher noch einige schlaflose Nächte geben, bevor er sich entscheidet. Auf jeden Fall ist er wie Kollege Kim Falkenberg ein Mann der offenen Worte.
Daher betont er: „Ich bin in ein Alter gekommen, wo ich eventuell nochmal die Chance habe, einen Schritt nach vorne zu gehen. Da möchte ich mir auch keine Frist setzen lassen. Ich denke, ich habe sehr viel für RWO geleistet. Wenn ich die Gelegenheit bekomme, mich vielleicht nochmals weiter zu entwickeln, dann muss man darüber nachdenken. Das wird sicher jeder verstehen.“
Was zwischen den Zeilen heißen dürfte, dass sich der 25-Jährige zusammen mit Berater Angelo Vier intensiv mit den vorliegenden Anfragen beschäftigt. Reichert: „Für RWO spricht, dass hier eine kontinuierliche Entwicklung zu sehen ist. Es macht Spaß mit der Truppe und dem Verein. Ich weiß, was ich hier habe. Wenn man aber die Möglichkeit auf einen weiteren Schritt hat, dann muss man die eventuell auch wahrnehmen.“
Wobei Oberhausen sicherlich nicht aus dem Rennen ist, denn Reichert erklärt: „Es wird noch Gespräche geben, wir haben uns im Trainingslager schon unterhalten. Da habe ich meine Situation erklärt. Ich höre mir dann an, was der Verein für Ideen hat.“ Um dann eine gründlich überlegte Wahl zu treffen. Die unklare Situation wird den Kapitän aber bis zu einer Entscheidung nicht unruhig werden lassen: „Damit hatte ich noch nie Probleme, das wird auch jetzt nicht so sein.“

