Obwohl der Innenverteidiger es bisher gerade auf 25 Minuten in der ersten Bundesliga gebracht hat und sich am Samstag bei seiner Premiere in der Startformation mit Miroslav Klose und Lukas Podolski auseinander setzen muss, bleibt der 21-Jährige ganz cool: "So leicht, wie es Sporting Lissabon den Bayern gemacht hat, werden sie es bei uns nicht haben. Wenn du es ohne Zweikampf und ohne Gegenwehr versuchst, dann hauen sie dir den Laden voll."
Doch an so einen Alptraum denkt der 1,93 m große Abiturient (Durchschnittsnote 2,0) nicht. "Natürlich sind wir krasser Außenseiter, aber Bammel davor, gegen den Klub mit den besten Spielern anzutreten, habe ich nicht. Das ist doch eine Herausforderung."
In der Tat verläuft die Karriere von Fabian, der erst in der letzten Woche seinen ersten richtigen Profivertrag bis 2011 unterzeichnete, zur Zeit wie im Märchen: "Mein erster Einsatz überhaupt gegen Schalke mit einem Sieg vor ausverkauftem Haus. Jetzt gegen Bayern vielleicht von Anfang an. Das ist schwer zu toppen." Der sportliche Aufschwung der "Nummer 30" bringt auch finanziell Erfreuliches mit sich. Fabian: "Wirtschaftlich war der Monat Februar für mich ein voller Erfolg."
Aber der steile Aufstieg bringt auch Stress mit sich. Plötzlich scheinen alle Medienvertreter seine Telefonnummer zu haben. Doch VfL-Trainer Marcel Koller glaubt nicht, dass er sein Talent besonders abschotten muss: "Der hebt nicht ab, der verkraftet das, da brauche ich mir keine Gedanken zu machen." Weit mehr Stress macht derzeit Mutter Beate. Fabian verrät: "Die ist schon so nervös, die macht mich richtig verrückt. Ich hoffe, ich muss nicht ins Hotel ziehen."

Sieht das Spiel gegen die Bayern als Herausforderung: Patrick Fabian (Foto: firo).
Fabian, in Schwerte geboren, spielte bei seiner ersten Station in Westhofen noch Stürmer. In Oestrich dann ein Jahr lang im offensiven Mittelfeld, bevor er im zweiten Jahr in der Bochumer C-Jugend seine Position in der Viererkette fand. Der Hagener hat sich schon als Kind von seinen Kollegen - "alles BVB-Fans" - nicht anstecken lassen. "Regional war ich als Kind schon Anhänger des VfL, und international habe ich den Bayern die Daumen gedrückt. Vielleicht auch, weil ich etwas von einer Fanfreundschaft mitbekommen habe. "Fan" der Bayern allerdings war er nie, eher Sympathisant. "Für die Nachbarn des VfL hatte ich nie etwas über."
Seine Vorbilder übrigens sind Nesta, Terry und ausgerechnet Lucio. "Vor dem habe ich jede Menge Respekt, aber auch keine Angst." Unterstützung erhält Bochums Eigengewächs von der ganzen Familie. Neben Vater Jan und Mutter Beate sind noch jede Menge Verwandte und Freunde am Samstag im Stadion. Fabian: "Ich freue mich einfach riesig und traue mir das auch zu. Jetzt entscheidet der Trainer."

