Der deutsche Fußball-Meister hat zwar noch zwei große Ziele, aber im Saison-Endspurt auch erhebliche Sorgen im Angriff. Miroslav Klose wurde am Montag in der Schweiz erfolgreich am rechten Sprunggelenk operiert und wird voraussichtlich frühestens in sechs Wochen wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Der WM-Torschützenkönig von 2006 muss allerdings keinen Gips tragen und kann mit Bewegungsübungen beginnen. Er wird den Münchnern aber auf jeden Fall im Champions-League-Viertelfinale fehlen und zudem den Großteil des Titelkampfes in der Bundesliga verpassen.
Luca Toni plagt sich zudem weiterhin mit einer Achillessehnenreizung, Leihgabe Landon Donovan ist wieder in den USA. Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann steht in Podolski nur noch ein gesunder Angreifer zur Verfügung. Die Alternative wäre im Moment der 19 Jahre alte Thomas Müller oder ein offensiver Mittelfeldspieler wie Jose Ernesto Sosa. "Das ist eine ganz schwierige Konstellation und ein herber Schlag", sagte Trainer Jürgen Klinsmann zum Notstand im Sturm des Rekordmeisters.
Schon vor einer Woche hatte der 44-Jährige erneut die dünne Personaldecke in der Offensive beklagt: "Für mich als Trainer ist das nicht einfach. Ich habe schon mehrmals darauf hingewiesen. Jetzt kann ich nur auf Holz klopfen und hoffen, dass sich keiner verletzt." Die Hoffnung von Klinsmann zerschlug sich nur wenige Tage später durch die Verletzung von Klose. Der Nationalspieler knickte am Samstag beim 3:0-Auswärtssieg in Bochum um, dabei rissen zwei Sehnenhalterungen im Sprunggelenk.

Vom Bankangestellten zum Hoffnungsträger: Auf Lukas Podolski lastet nun ein hoher Erwartungsdruck (Foto: firo).
Klose wird auch für die beiden WM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Liechtenstein (28. März) und in Wales (1. April) nicht zur Verfügung stehen. Was Klinsmann im Moment bleibt, ist sein unerschütterlicher Optimismus ("Wir müssen versuchen, das Beste daraus zu machen") und das Prinzip Hoffnung.
So könnte möglicherweise der Italiener Toni nach dreiwöchiger Pause schon gegen den KSC wieder dabei sein. "Da haben wir ein sehr gutes Gefühl", meinte Klinsmann. Toni soll am Dienstag ins Mannschaftstraining einsteigen, und dann bis Samstag "Fahrt aufnehmen". Zudem soll auch Franck Ribery, der schon einige Male als hängende Spitze ausgeholfen hat, seine Schienbeinblessur bald überwunden haben. Auch der Franzose soll in dieser Woche das Training wieder aufnehmen.
Bleibt den Münchnern im Moment also nur ein fitter Stürmer - und dies ist ausgerechnet Podolski. Dabei schien das Kapitel FC Bayern für den Nationalspieler schon mehr oder weniger abgehakt. Im Sommer wird der 23-Jährige zum 1. FC Köln zurückkehren, noch vor einigen Wochen galt er bei Klinsmann als Stürmer Nummer vier hinter Klose, Toni und damals noch Donovan.
Doch seit drei Spielen ist Podolski aus der Not heraus wieder erste Wahl. Drei Tore und eine Vorlage haben seine Position deutlich verbessert, durch die Verletzung von Klose ist der Stammplatz auch in den kommenden Wochen sicher. Klinsmann lobt: "Er ist beflügelt und macht seine Sache sehr gut." Und wenn gar nichts mehr helfen sollte, hat sich Klinsmann schon eine Alternative für seinen kränkelnden Sturm ausgedacht: "Dann müssen wir eben Daniel van Buyten vorne reinschmeißen." Kopfballstärker als Rooney, Tevez, Messi oder Henry ist der belgische Abwehrspieler allemal...


















