Dabei lastete der DHB Lemme/Ullrich in erster Linie an, dass sie die Geschehnisse rund um das Europacupfinale zwischen Medwedi Moskau und BM Valladolid im April 2006 nicht gemeldet hätten.
Russische Zollbeamte hatten am Moskauer Flughafen 50.000 US-Dollar Bargeld im Gepäck von Ullrich gefunden. Die Schiedsrichter hatten seinerzeit in der russischen Hauptstadt das Finalrückspiel um den Europapokal der Pokalsieger zwischen Moskau und Valladolid geleitet. Die Spanier gewannen die erste Partie vor eigenem Publikum mit sieben Toren Vorsprung, verloren jedoch in Russland mit acht Toren Differenz. "Wir haben kein Spiel verschoben, wir sind reingelegt worden", hatte Ullrich erklärt.
Bereits am Sonntagabend hatte die Europäische Handball-Federation (EHF) Lemme/Ullrich, die unter anderem das olympische Finale in Peking geleitet hatten, vorerst suspendiert und eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt.
Der DHB leitet die schriftliche Stellungnahme der Schiedsrichter an die EHF weiter, mit der Aufforderung, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Geschehnisse in Moskau aufzuklären. Dafür sagte der DHB jede Unterstützung zu.
Zudem wird der Deutsche Handball-Bund in nächster Zeit alle Bundesliga-Schiedsrichter, die in den letzten drei Jahren aktiv waren, persönlich anhören. Dies geschieht durch einen dreiköpfigen Ausschuss mit dem DHB-Präsidenten Ulrich Strombach, dem Präsidenten der Handball-Bundesliga (HBL), Reiner Witte, und dem DHB-Vizepräsidenten Horst Bredemeier. Zudem will der Verband ein ebenfalls dreiköpfiges Sachverständigen-Gremium einsetzen, das bezüglich aller auffälligen Spiele eine unabhängige Spielanalyse erstellen soll. Dieses Modell will der DHB auch der EHF vorschlagen.
DHB suspendiert Schiedsrichter Lemme und Ullrich
Alle Bundesliga-Referees werden angehört
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