Einzig Fynn Holpert vom Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt votierte gegen Schwenker, gegen den die Staatsanwaltschaft weiter wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Bernd Rigterink (HSG Nordhorn) und Francois Houlet (VfL Gummersbach) enthielten sich. Nur zwei Manager wollten sich im Falle einer nachgewiesenen Schuld der Kieler bereits auf ein Strafmaß festlegen.
Neben Fynn Holpert forderte auch Rainer Dotzauer von der HSG Wetzlar die Aberkennung des Titels. Einig sind sich die Manager dagegen über den erlittenen Imageverlust für die Sportart. Alle Klub-Vertreter sehen nach der Umfrage bereits einen Schaden für den Handball und sind damit einer Meinung mit der deutschen Handball-Prominenz. "Für uns Spieler ist es ein Drama zu sehen, wie wir jetzt im Morast versinken. Alles, was in den letzten Jahren aufgebaut wurde im deutschen Handball, liegt danieder", sagte Christian Schwarzer, Kreisläufer der Rhein-Neckar Löwen und Weltmeister von 2007, dem Hamburger Magazin stern (Donnerstagsausgabe).
Der Manager des SC Magdeburg, Stefan Kretzschmar, befürchtet auch wegen der Bestechungsvorwürfe wirtschaftlich harte Zeiten: "Sponsoren werden sich in Zeiten knapper Kassen sehr genau überlegen, wo sie sich engagieren", sagte der ehemalige Nationalspieler. Der THW Kiel soll in einer vermeintlichen Manipulationsaffäre nach Berichten des Spiegels in mindestens zehn Spielen der Champions League Schiedsrichter bestochen und allein für das gewonnene Finale gegen Flensburg 96.000 Euro gezahlt haben.
Zudem gibt es eine Affäre um die Magdeburger Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich, die einen Bestechungsversuch bei einem Europacup-Spiel verschwiegen hatten, und den Fall eines dänischen Gespanns, das ebenfalls Bestechungsgelder angeboten bekommen haben soll.
