So kann es vorkommen, dass sogar schon in der Halbzeitpause kurze Sequenzen vorgeführt werden, um besonders eklatante Dinge anzusprechen. Während sich der 41-Jährige in der Kabine auf drei oder vier Schlüsselszenen beschränken muss, tobte sich der frühere Mainzer am Dienstag so richtig aus.
Satte 55 Minuten dauerte die mediale Nachlese-Sitzung, die Klopp seinen Spielern nach dem 4:4-Remis bei Hannover 96 auf den Lehrplan gesetzt hatte. „Ich kann mich nicht daran erinnern, in dieser Saison schon eine längere Analyse erlebt zu haben“, bestätigt dann auch Patrick Owomoyela, dass es in dieser Woche einiges aufzuarbeiten gab.
Der Rechtsverteidiger dürfte dabei allerdings weniger im Mittelpunkt gestanden haben. Denn der 29-Jährige verrichtete einen guten Job auf dem Flügel und dürfte deshalb auch am Samstag gegen seinen Ex-Klub in der Startaufstellung stehen.
Es wäre das erste Duell gegen die früheren Kollegen, nachdem er sowohl im Hinspiel, auch als im DFB-Pokalachtelfinale verletzt bzw. grippekrank passen musste.
„Wir haben uns am Wochenende selbst um die Früchte unserer Arbeit gebracht. Deshalb fühlt sich das Ganze noch extrem beschissen an“, gesteht der elffache Nationalspieler, noch immer mehr an Hannover als an Bremen zu denken. Zugleich verknüpft er seinen Frust jedoch auch mit einem klaren Auftrag: „Wir müssen es am Samstag besser machen.“
Dabei helfen kann Jakub „Kuba“ Blaszcykowksi - zumindest mit Teilzeit-Arbeit. Nachdem der Pole in der Vorwoche noch nicht auf dem Spielberichtsbogen aufgetaucht war, steht einem Comeback mittlerweile nichts mehr im Wege. Auch nicht der Kopf des 23-Jährigen, der bestätigt: „Ich fühle mich schon viel besser und habe gut trainiert.“
Dennoch bremst Klopp die Erwartungen: „Kuba ist konditionell sicher noch nicht so weit. Momentan bringt es deshalb nichts, ihn unter Druck zu setzen.“
Das Gleiche gilt auch für Nelson Valdez. Nachdem der Stürmer am Wochenende erneut ins Zentrum der Kritik gerückt war, nahm ihn Klopp jetzt in Schutz: „Das war ein klasse Stürmerspiel von ihm. Er war 90 Minuten brandgefährlich und hat zwei Tore vorbereitet. Wir beiden sehen, dass da bei ihm richtig was nach vorne geht.“
Gegen seinen Ex-Klub dürfte er deshalb eine weitere Chance bekommen.

