Gestern Vormittag beim Auslaufen trabten Mergim Mavraj und Patrick Fabian gemeinsam über den Rasen, anschließend sah man sie in der Bochumer City beim Mittagessen, und am frühen Nachmittag hockten sie dann auf der Tribüne des Lohrheidestadions und drückten der Zweitvertretung des VfL beim Heimspiel gegen Kleve die Daumen. Zum Leidwesen von Sportvorstand Thomas Ernst. Der versuchte nämlich fieberhaft, Mavraj per Handy zu erreichen, um ihm mitzuteilen, dass U-21-Nationaltrainer Horst Hrubesch den Innenverteidiger für die Länderspiele gegen Holland und Weißrussland nachnominiert hat. Mavraj: „Damit habe ich nicht gerechnet. Ich freue mich riesig.“ Das kann man wohl als prompte Belohnung für gute Leistungen der letzten Wochen ansehen.
Erstmals verteidigte das Duo am Freitagabend gemeinsam in der Bundesliga. Und der Dreier, bei dem die Null stand, war so etwas wie der Ritterschlag für beide. Vergessen ein Spiel vor einigen Monaten, an das sich die beiden heute nur noch schmunzelnd erinnern. Patrick Fabian: „In der Hinrunde haben wir gemeinsam in der Regionalliga gegen Schalke II gespielt. Da haben wir 0:3 verloren und ich bin vom Platz geflogen.“ Ähnliche Gefahr bestand am Freitag im Borussenpark nicht. Patrick Fabian: „Die ganze Mannschaft hat einen super Job gemacht. Aber wir werden jetzt auch in den nächsten 14 Tagen konzentriert arbeiten und die Zügel nicht schleifen lassen.“
Worte, die nicht nur Trainer Marcel Koller ‚runter wie Öl gehen. Und Mergim Mavraj setzt noch einen drauf: „Unser Erfolg ist die logische Konsequenz harter Arbeit. Das mag Außenstehende überraschen, für mich ist es das nicht.“ Dass jetzt das Wort von der „Boygroup“ die Runde macht, sorgt beim Duo selbst für Widerspruch. Mergim Mavraj mit einem Augenzwinkern: „Wir sind doch die Bad Boys.“ Und einmal gerade in Fahrt, wendet sich der ehemalige U-21-Nationalspieler an die Miesmacher der letzten Monate: „Was haben wir alles über die fehlende Qualität des Kaders lesen müssen. Für uns war immer klar, und der Trainer hat es immer wieder gesagt, dass wir über die nötige Klasse für die Bundesliga verfügen.“
Mergim Mavraj und Patrick Fabian genossen nach dem Spielende den Jubel vor der Fankurve. „Der Sieg tut so gut. Obwohl bei den letzten Auswärtsspielen die Unterstützung unserer Anhänger schon sehr groß war, war es dieses Mal besonders toll, weil so viele da waren. Es ist schon etwas besonderes, wenn du es monatelang auswärts immer und immer wieder versuchst und sich der Erfolg dann ausgerechnet bei einem direkten Konkurrenten einstellt.“
Und so freuen sich die zwei auch auf weitere Herausforderungen. Zwar wissen beide, dass Rückschläge in der Bundesliga nicht zu vermeiden sind, aber sie spüren auch das Vertrauen von Marcel Koller und wissen, dass sie mit weiteren Einsätzen rechnen können.

