Startseite » Fußball » Regionalliga

RWE: Am kommenden Sonntag genau ein Jahr im Amt
Kulms härtester Kritiker ist Kulm

Wenn Thomas Strunz für die nächsten Wochen mit Hinweis auf "34 Punkten aus 22 Begegnungen" die Losung ausgibt, "diese aktuelle sportliche Katastrophe abzuwenden", dann drückt sich Coach Michael Kulm nicht:

"Wir sind hinter den Erwartungen zurück, ich stehe in der Verantwortung, wenn die Resultate nicht stimmen." Der nette Herr Kulm, der zu liebe Trainer. Vorwürfe, mit denen der 43-Jährige schon länger permanent konfrontiert wird. "Ich fürchte mich nicht vor kritischen Stimmen. Aber natürlich trifft Kritik, wenn sie pauschal ausfällt und Unwahrheiten enthält, daraus mache ich keinen Hehl." Oder anonym bleibt in den Internet-Foren rund um den Verein - wo sich mancher Geselle tummelt, der weiß, warum er seinen Namen nicht offen nennt. "Aber die Arbeit darf nicht leiden. Öffentlich blieb meine Faust fast immer in der Tasche, intern schlug sie auf den Tisch", legt sich Kulm nachdrücklich fest.

Am kommenden Sonntag, 29. März, ist es genau ein Jahr her, dass Kulm zum ersten Mal "oben" auf der Bank saß. Das damalige Match in Erfurt ging 0:4 den Bach runter. In den damaligen 90 Minuten waren vier Akteure dabei, die heute noch da sind: David Czyszczon, Stefan Lorenz , Markus Kurth und André Maczkowiak, der allerdings damals für Erfurt spielte und einen Elfmeter eines gewissen Rolf-Christel Guié-Mien hielt. Kulm: "Ich habe die Truppe übernommen, als der Verein einer großen Zerreißprobe ausgesetzt war. Ich habe immer betont, das ist für mich mehr als ein Trainerjob."

Foto: mmb.

Am 31. Mai 2008 ging das 0:1 gegen den Pleiteverein Lübeck in die Geschichte ein. Kulm erinnert sich genau: "Leider klappte es nicht, RWE am letzten Spieltag in der 3. Liga zu halten." Strunz fasst das im Rückblick so zusammen: "Sportlich am Boden, wirtschaftlich sehr schwer angeschlagen, marodes Stadion, überholte Strukturen."

Deshalb spielt man am Freitag gegen Cloppenburg, den Tabellenvorletzten der Regionalliga West. Im Hinspiel gab es ein 0:0. Enttäuschend, genau wie auch die sieben Punkte aus den letzten sieben Matches. "Wir schauen genau hin, wer jetzt seine Bewerbung abgibt, es wird Veränderungen geben", kündigt Kulm an. Strunz: "Wir haben am Freitag etwas gut zu machen."

Kulm wird das in der abschließenden Teambesprechung deutlich betonen, denn er hat sichtlich keine Lust mehr, die Birne hinzuhalten. "Die kritischste Stimme höre ich, wenn ich vor dem Spiegel stehe." Spieglein, Spieglein an der Wand - so lautet es im Märchen "Die sieben Zwerge". Aber RWE ist Realität, liegt auch nicht hinter den sieben Bergen, sondern in Bergeborbeck. Kulm: "Ich frage mich, warum war es gegen Köln nicht möglich, das Tor zu erzielen, warum schafften wir in Trier keinen zweiten Treffer, wo ist die Konstanz? Warum passte es gegen Düsseldorf und gegen Kaiserslautern?" Gegen Cloppenburg muss es klappen.

Foto: firo.

Um die oben genannte Strunz-Vorgabe zu erfüllen. Kulm weiß, was er zu tun hat: "Thomas Strunz hatte viele Trainer, ich habe seine Überzeugung, dass es klappt, immer gespürt." Sportliche Aufbauarbeit - unter anfänglich wirtschaftlich sehr heiklen Bedingungen - wurde geleistet. Kulm: "Ich habe sicherlich meinen Anteil daran, dass ein Sascha Mölders bei uns spielt, dass ein Mike Wunderlich zu uns kam. Wir haben ein Fundament und die Überzeugung, es ist was gewachsen. Ich habe den Nachwuchs im Auge, zeige Perspektiven." Und will im gleichen Job weiter an der Hafenstraße arbeiten - auch über den 30. Juni hinaus.

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

RevierSport an der Hafenstraße
die Facebookseite für alle RWE-Fans

RevierSport Digital

Im günstigen Abo oder als Einzelheft

Jeden Montag und Donnerstag Fußball ehrlich und echt von der Bundesliga bis zur Bezirksliga. Im günstigen Abo oder als Einzelheft auf ihrem PC, Mac oder mobilem Endgerät.