Gut eine Woche ist es her, da gewannen die Bochumer Profis im Borussia-Park und entführten drei wichtige Punkte nach Bochum. Das war der Zweitvertretung des VfL nicht vergönnt. Nach der klaren 0:2 (0:2)-Niederlage bei der Reserve von Borussia Mönchengladbach steckt das Team von Nico Michaty weiter mitten im Abstiegskampf. Der VfL, Worms, Cloppenburg und Kleve – nur einer wird den Kopf aus der Schlinge ziehen.
Vor 328 Zuschauern vermittelten nicht alle Bochumer, dass sie den Kampf um den Klassenerhalt schon so richtig realisiert haben. Ein enttäuschter Coach: „Es müsste jetzt jedem klar sein, dass wir im knallharten Abstiegskampf stecken. Wobei die Betonung auf Kampf liegt. Das war mir zumindest in der ersten Halbzeit einfach zu wenig.“ In der Tat dauerte es bis zur 50. Minute, ehe der eingewechselte Gianluca Zavarise mit dem ersten Torschuss die Querlatte rasierte. Zu diesem Zeitpunkt jedoch lagen die Gäste durch Gegentreffer von Sören Seidel (10.) und Mirhudin Kacar (40.) fast aussichtslos zurück. Zwei Standardsituationen – zwei Treffer und beide Male sah Torhüter Andreas Lengsfeld nicht gut aus.

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Bei allen Bemühungen was die jungen Bochumer gegen Worms, Kleve und jetzt in Mönchengladbach boten, war einfach zu wenig um die Liga zu halten. Da macht es auch nichts aus, dass Heinrich Schmidtgal und Daniel Klinger (beide gesperrt) schon am Dienstag im Nachholspiel gegen Rot-Weiss Essen wieder zur Verfügung stehen. Zu gravierend sind die Schwächen in allen Mannschaftsteilen.
Immerhin einen Lichtblick gab es im sonnenüberfluteten Grenzland-Stadion. Anthar Yahia feierte sieben Wochen nach einem Außenbandabriss bei den Profis sein Comeback und wusste läuferisch zu überzeugen. Mit der Rückennummer 31 merkte man dem Algerier in der Anfangsphase zwar die fehlende Spielpraxis an, aber dann auch eine Steigerung von Minute zu Minute. Yahia: „Ein scheiß Ergebnis. Das einzig Erfreuliche, ich habe keine Schmerzen mehr. Ich bin fit und freue mich auf die nächste Trainingswoche. Gegen Stuttgart möchte ich unbedingt dabei sein.“
Am Dienstag wird Yahia seinen Platz in der Innenverteidigung an Marcel Maltritz abgeben, denn der braucht nach seinem Innenbandabriss ebenfalls Spielpraxis. Bleibt nur zu hoffen, dass der Torgarant der Hinrunde, Sami El Nounou, der in Mönchengladbach 90 Minuten auf der Bank saß, schnell wieder zu alter Form findet. Er kam nicht zum Zuge, weil er der U23-Regelung zum Opfer fiel. Mit David Zajas, Rouven Schröder und Yahia waren bereits drei Akteure über 23 Jahre alt. El Nounous Vertreter Alexander Neumann konnte seine lang geforderte Chance nicht nutzen.
Am Ende atmeten die VfL-Verantwortlichen doch noch einmal tief durch, als der Stadionsprecher die Niederlage von Wormatia Worms in Münster verkündete. Dadurch nämlich bleibt der VfL auf Platz 15 und damit zwei Zähler vor einem Abstiegsplatz.

