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Nuri Sahin: Eine Geschichte über Krafträume, Brecherqualitäten und Altersfragen
Klopp: „Ein richtig guter Junge"

„Ab in den Kraftraum", bellt Kevin-Prince Boateng in Richtung von Nuri Sahin, als dieser nach dem Training beim Interview steht.

Das Gelächter ist groß, berichtete der 20-Jährige doch gerade über die Gründe für seinen Aufschwung zum Stammspieler im Dortmunder Mittelfeld. Einer davon: Sonderschichten an den Hantelmaschinen.

„Ja, wie Kevin schon sagt, ich bin jetzt öfter im Kraftraum. Aber nicht mit ihm, er hat das ja nicht nötig", wirft der Linksfuß seinem Mannschaftskollegen, mit dem er bereits seit einigen Jahren befreundet ist, den Ball zurück, bevor er fortfährt: „Man entwickelt sich einfach weiter und lernt dazu. Aber natürlich bin ich noch nicht so weit wie beispielsweise Sebastian Kehl, der defensiv sehr viele Zweikämpfe gewinnt."

Eine Maschine, die die Gegner allein durch seine körperliche Erscheinung zur Aufgabe zwingt, wird Sahin in diesem Leben wohl nicht mehr. Doch durch geschicktes Stellungsspiel und eine hohe Spielintelligenz hat sich seine Quote im Kampf Mann gegen Mann im Laufe der Saison deutlich verbessert. Seine Stärken sieht der türkische Nationalspieler aber auf anderen Gebieten: „Ich werde nie ein Brecher sein, sondern bin eher für das fußballerische Element zuständig."

Auf diesem Gebiet macht ihm in der BVB-Mannschaft kaum jemand etwas vor. Und auch sein Trainer Jürgen Klopp, der fest auf die Dienste des bislang jüngsten Bundesliga-Torschützen zählt, lobt Sahins Qualitäten: „Wir sagen immer wieder, dass unsere Spielweise den Spielern dabei hilft, ihre Stärken einzubringen. Das kommt Nuri total entgegen. Er ist am Ball sehr ruhig, ist ein sehr guter Passspieler und hat ein Auge für die großen Räume. Mir würde nur wenig einfallen, was er nicht kann."

Dennoch fordert der 41-Jährige von den Medien und den Fans Geduld, wenn es um die Beurteilung von Sahins Leistungen geht: „Man vergisst immer, dass er erst Jahrgang 88 ist. Er ist 20 Jahre alt. Bei Neven, Mats und Marcel hieß es in der Hinrunde: Junge, was für Talente. Bei Nuri dagegen: Der hat es nicht gepackt. Das haben wir überhaupt nicht so gesehen und ihm das auch klargemacht."

Am meisten hat davon das Borussia-Eigengewächs profitiert. Nach einer starken Saison in Rotterdam, wo er unter Ex-BVB-Coach Bert van Marwijk zum Stammspieler reifte, kehrte er im Sommer zu seinem Heimatklub zurück, um auch hier den Durchbruch zu schaffen. Ein Unterfangen, das nach einer halbjährigen Anlaufzeit mittlerweile ins Rollen gekommen ist.

„Er ist auf einem sehr guten Weg, macht viel Spaß und ist ein richtig guter Junge", hofft Klopp, dass sein Schützling noch nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen ist. Wo es mit Sahin weitergeht, steht indes schon fest: „Ich sehe meine Zukunft in Dortmund und will hier noch lange bleiben."

Im Moment dürfte wirklich niemand etwas dagegen einzuwenden haben.

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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