Und als dem Slowaken kurz zuvor in einem Trainingsspiel ein spektakulärer Treffer gelang, gab es von den Zaungästen lang anhaltenden Beifall. Plötzlich vergessen, dass Sestak zwischen dem 30. November und dem letzten Samstag eine fast fünfmonatige Torpause in der Bundesliga eingelegt hatte. Sestak schmunzelnd: „Vielleicht hatte ich ja nach der vergebenen Großchance gegen den HSV in der Schlussphase eine mentale Blockade.“
Aus - vorbei. Seit dem Dreierpack gegen Hoffenheim ist nicht nur der Angreifer überzeugt, dass in den letzten sieben Pflichtpartien dem Nationalspieler noch der eine oder andere Treffer gelingt. Sestak: „Ich will alles tun, um so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu schaffen.“

Will auch gegen den BVB seine Trefferqualitäten unter Beweis stellen (Foto: firo).
Dafür würde er am Samstag nach der Rückkehr von Diego Klimowicz in die Startformation auch wieder auf die rechte Seite weichen: „Hauptsache, es gibt eine Position im Team für mich. Die Priorität hat doch allein der Mannschaftserfolg.“ Und da stellt der Slowake nüchtern fest: „Das System mit einer Spitze hat sich in der Rückrunde bewährt. Wir haben schon 17 Punkte geholt. Warum sollte der Trainer das ausgerechnet gegen Dortmund wieder ändern?“ Neid auf die zentralere Wunschposition kennt Sestak offensichtlich nicht. „Wir wollen den Derby-Sieg, da ist es egal, ob ich rechts oder in der Mitte spiele. Diego ist für uns enorm wichtig. Ich spiele gerne mit ihm zusammen.“
Intensiv hat sich Sestak mit der Ausgangsposition beschäftigt: „Wir stehen jetzt fünf Punkte vor den Abstiegsrängen, müssen gar kein übertriebenes Risiko eingehen. Und Druck hat die Borussia natürlich auch. Die wollen ja noch in den UEFA-Cup.“ Auch wenn der dreifache Torschütze sich ausschließlich mit dem Derby beschäftigt, sieht er die Situation in der Bundesliga sehr realistisch: „Drei Siege aus den letzten sieben Spielen sollten es auf jeden Fall sein, damit wir keine böse Überraschung erleben.“
Im Januar hatte Sestak zwei Ziele für das Jahr 2009 ins Auge gefasst - den Klassenerhalt mit dem VfL und die WM-Qualifikation mit der Slowakei. Mit seinen drei Toren gegen Hoffenheim und seinem Treffer in Tschechien ist er tatkräftig dabei, diese auch zu realisieren.

