Der 33-Jährige kommt von Roland Berger Strategy Consultants, arbeitet eigentlich in Düsseldorf. "Ich habe aber mittlerweile einen Schreibtisch auf der RWE-Geschäftsstelle", erklärt Balensiefer. Direkt gegenüber von Thomas Strunz, Geschäftsführer Sport, "werde auch einen Großteil meiner Zeit in Essen verbringen." Die Stadt, wo Roland Berger bekanntlich schon vor dem "Fall" RWE involviert war, reklamierte das Vorschlagsrecht für die Balensiefer-Rolle. "Alles natürlich in Absprache mit dem Klub." Sonst würde es nicht funktionieren.
RWE ist nicht der erste Fußballverein, den Balensiefer "auf der BWL-Seite von innen" sieht. "Ich habe schon einige aus verschiedensten Ligen begleitet." Studiert hat Balensiefer in Köln (BWL), das Ruhrgebiet ist ihm von "verschiedensten Projekten her" natürlich nicht fremd. Roland Berger gehört zu den fünf erfolgreichsten Strategieberatungen der Welt. Das Unternehmen berät rund ein Drittel der größten globalen und mehr als 40 Prozent der führenden europäischen Unternehmen und öffentlichen Institutionen in allen Fragen der strategischen Unternehmensführung.

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Balensiefer widerspricht dem Begriff "Markenexperte" keineswegs, das Wort Marke nahm man in den letzten knapp zwölf Monaten rund um die Hafenstraße nicht in den Mund. Balensiefer sieht "eine spannende Phase" bei RWE. Keine Frage, am 14. Mai (anvisiert war eigentlich der 3. Mai) wird auf der Mitgliederversammlung (Start 19 Uhr) Schuldenfreiheit verkündet. Balensiefer: "Das Ziel muss sein, den Verein für die Zukunft wieder als starke Marke aufzustellen."
Kein kurzfristiges Projekt, "eine Marke lebt langfristig, muss gepflegt werden." Dazu wird er im CinemaXX sicherlich auf dem Podium etwas sagen, bevor die Umstrukturierung des Klubs von den Mitgliedern abgesegnet werden soll.
Wirtschaftliche Hege ist notwendig, bei RWE natürlich auch sportliche. Beim Match gegen Cloppenburg (5:3) überzeugte sich der gebürtige Bonner. "Ich war selbstverständlich vor Ort. Das Drehbuch war für die Zuschauer gut inszeniert." Gegen Münster wird Balensiefer am Sonntag, 19. April (14 Uhr, Georg Melches-Stadion) natürlich wieder mitfiebern. Aus dem Sport wird er sich grundsätzlich raushalten, das ist die Baustelle von Strunz. Balensiefer soll den Anspruch erfüllen, dem Klub unternehmerisches Denken zu vermitteln. "Wenn man bedenkt, was heute alles als Unternehmen bezeichnet wird", bemerkt der zweifache Familienvater, "es gibt natürlich signifikante Unterschiede. Ein Verein hat immer seine Besonderheiten."
Balensiefer führt aus: "Es geht um Teamwork, Offenheit, Spirit und Vertrauen, dann um Ehrgeiz, wirklich das Beste zu geben, am Schreibtisch und auf dem Platz. Dazu kommt dann der Wille, etwas gestalten zu wollen, ein Projekt auf die Zukunft vorzubereiten." Ab Sommer heißt das Konzept, innerhalb von vier Jahren zurück in der 2. Bundesliga zu sein. Strunz dürfte somit die Definitionen von Balensiefer unterschreiben.


















