In den Hauptrollen: Ein umworbener „Star“ und wankelmütige Russen. Aber der Reihe nach: Noch in lebendiger Erinnerung ist am Niederrhein die Episode von Sebastian Charpentier als Goalie, der von seinem Wechsel nach Krefeld nichts mehr wissen wollte. Zumindest bis sein geplantes Engagement in Russland platzte. In Erinnerung ist aber auch geblieben, dass der KEV mit seiner konsequenten Abfuhr alles andere als schlecht gefahren ist. Immerhin ist es schwer vorstellbar, wie Charpentier noch besser als die „1b-Lösung“ Scott Langkow hätte einschlagen sollen.
Daher spricht alles dafür, dass sich die Pinguine auch in diesem Sommer nicht anders verhalten werden. Denn die Parallelen zur Vorsaison sind frappierend. Nur, dass es diesmal um den Coach statt um den Goalie geht.
Eigentlich hatten sich ja bereits alle von Igor Pavlov verabschiedet. Doch nun vollzieht der Russe die Rolle rückwarts. Einige munkeln sogar, der Erfolgstrainer habe nie ein konkretes Angebot vorliegen gehabt. In jedem Fall hat sich der 44-Jährige verpokert, Russland hat abgewunken. Pavlov würde dem Vernehmen nach nun gerne wieder bei seinem alten Arbeitgeber den Vertrag erfüllen, den er formal noch besitzt.
Die Chancen, dass der Klub mitspielt, sind allerdings höchstens theoretisch. Selbst Jiri Ehrenberger, ansonsten stets besonnen, lässt seinen Unmut durchschimmern: „Er hat uns gebeten, vorzeitig die Option zu ziehen, zu einer Zeit als es gerade nicht so lief, das haben wir getan. Dann hat er uns gebeten, diesen Vertrag aufzulösen, damit er wechseln kann, das haben wir getan. Und Punkt, Ende.“
Am gestrigen Mittwoch trafen sich beide Parteien zum Gespräch in Krefeld. „Damit wir eine vernünftige Lösung finden“, erklärt der Sportliche Leiter. Ein Pavlov-Comeback ist aber auch deshalb auszuschließen, weil der Nachfolger schon in den Startlöchern steht: „Schließlich waren wir in den letzten zwei Monaten nicht untätig“, versichert Ehrenberger. Zwar sei noch nichts spruchreif, die Gespräche jedoch bereits weit fortgeschritten.
Das gilt auch für mögliche Spieler-Zugänge. Der Manager war zuletzt in Nordamerika unterwegs und hat Kandidaten gesichtet. „In den nächsten Wochen wollen wir konkrete Angebote rauschicken.“ Wegen der ungewissen Zukunft von Benedikt Schopper, der in Nordamerika unterkommen möchte und Jean-Francois Fortin, der gerade die Prüfungen für eine mögliche Geheimdienstkarriere ablegt, hat sich der gebürtige Tscheche vor allem nach Defensiven umgetan. „Es werden aber in jedem Fall junge Spieler sein, die wir langfristig an den Klub binden wollen.“ Und mögliches Transfertheater möglichst ausschließen.
