Wie man hört, sind Sie nicht mehr in Amt und Würden.
Das ist richtig. Ich habe bereits im September intern angekündigt, dass ich mein Amt im Aufsichtsrat zur nächsten Mitgliederversammlung niederlegen werde. Das habe ich den anderen Mitgliedern im Gremium frühzeitig mitgeteilt. Am letzten Donnerstag habe ich dann auch meine Tätigkeit als Abteilungsleiter der Frauen beendet. Das hat Gründe, die in der Presse nichts zu suchen haben. Es ist halt sehr schwierig bei der SG Wattenscheid 09 den Damenfußball zu etablieren, das ist wie ein Kampf gegen Windmühlen.
Das legt natürlich die Vermutung nah, dass man beabsichtigt, die Abteilung auszugliedern.
Nein, es wird mit Sicherheit keine Ausgliederung geben. Niemand hat einen Antrag bei der Jahreshauptversammlung gestellt, zumindest niemand, den ich kenne. Deshalb habe ich die Berichterstattung des RevierSport auch nicht verstanden. Das sind Spekulationen, die unbegründet sind.
Zumindest hat der VfL Bochum auf Anfrage das mit ihnen geplante Gespräch bestätigt.
Ja, aber was da besprochen werden sollte, das kann ja kein Mensch wissen. Da wird etwas hinein interpretiert, was vielleicht gar nicht Fakt ist.
Was war dann der Anlass des Treffens? Wie man hört, war das auch nicht der einzige Verein, mit dem sie sich getroffen haben, oder bei dem man zumindest angefragt hatte.

Nicht mehr im Amt: Peter Oelmann (RS-Foto: kraczyk).
Das stimmt. Wie haben viele Gespräche geführt, mit zahlreichen bekannten und unbekannteren Vereinen. Es ging darum, wie man den Damen- und Mädchenfußball in der Region nach vorne bringen kann. Es ist mit Sicherheit nicht die Absicht, die Abteilung in irgendeinen Verein auszugliedern. Wenn, dann hätten wir einen eigenen, neuen Verein gegründet. Aber dafür haben wir aktuell keinen entsprechenden Antrag gestellt.
Dieser Antrag ist nicht zwingend notwendig. In der DFB-Spielordnung ist geregelt, dass der Verein einer Ausgliederung zustimmen muss. Ob das der Vorstand, der Aufsichtsrat oder die Mitgliederversammlung macht, ist Auslegungssache. Die Mitglieder haben bereits darüber entschieden, dass die Frauen zum Beispiel im Falle einer möglichen Insolvenz diese Zustimmung erhalten.
Das ist richtig. Auch wenn das so ist, würde ich die Freigabe für die Gründung eines neuen, eigenständigen Vereins nutzen, und mich nicht einem bestehenden Klub anschließen. Was man mit anderen Vereinen, Schulen oder Leistungszentren vereinbaren würde oder wird, steht auf einem anderen Blatt Papier.
Ein Beitritt zu einem Verein mit gesunder wirtschaftlicher Basis würde aber durchaus Sinn machen.
Das mag sein, aber es ist schwierig das umzusetzen. Dann ist man wieder das fünfte, sechste oder siebte Rad am Wagen. Und da habe ich kein Interesse dran, dafür stehe ich nicht mehr zur Verfügung. Außerdem: Christoph Jacob hat am Donnerstag erstmalig gesagt, dass er den Etat, den die Damen beantragt haben, auch vertritt. Damit brauchte die Frauenabteilung ja gar nicht mehr weg. Ich habe kurz darauf mein Amt niedergelegt und am Mittwoch auch die Unterredung beim VfL gecancelt.
Wie geht es denn nun weiter?
Nach dieser Geschichte wird es nicht einfach. Bald wird wieder ein Abteilungsvorstand gewählt, dann wird man sehen. Am Freitag habe ich ein Schreiben auf den Tisch bekommen, mit dem ein weiteres Mitglied aus der Abteilung seine Tätigkeit beendet. Das sind alles Konsequenzen aus dieser Geschichte, ohne dass ich überhaupt eine Chance habe, der Abteilung oder der Presse meine Sicht der Dinge zu schildern.
Das war Peter Lehneweit, der mit ihnen zusammen im Abteilungsvorstand saß und seinen Rücktritt bereits öffentlich bekundet hat. Wie kann das sein, dass der über solche Gespräche nicht informiert ist? Auch andere Mitglieder des Aufsichtsrats wussten nichts davon und bezeichnen das als "Alleingang".
Peter hat das letzte Treffen des Abteilungsvorstands versäumt . Ich habe ihn daraufhin angerufen und um ein Treffen gebeten, dazu ist es nicht gekommen.


