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Valdez: Erst das „Tor des Monats“, dann 90 Minuten Pinkelblockade
„Zwei Flaschen Wasser, drei Radler und zwei Bier“

Das Bochumer Stadion war schon fast leergefegt, der Dortmunder Bus längst in der nicht weit entfernten Heimat, da saß BVB-Stürmer Nelson Valdez noch immer im kleinen Kämmerchen unter der Haupttribüne des Rewir Power Stadions und wartet darauf, dass es endlich lief.

Der Paraguayer musste nach der Partie zur Dopingprobe und hatte dabei mit Ladehemmungen zu kämpfen. Wohl auch, weil sich mittlerweile zahlreiche Pressevertreter vor der Kabine eingefunden hatten und auf ein Statement des Torschützen des vorentscheidenden 2:0 gegen den VfL lauerten.
„Es kam einfach nichts“, entschuldigte sich der Torjäger für die lange Wartezeit, als er um 19 Uhr endlich seine lästige Pflicht erfüllt hatte: „Ich habe, glaube ich, zwei Flaschen Wasser, drei Radler und zwei Bier getrunken. Dann ging es.“

Mit ähnlichen Problemen hatte der 25-Jährige auf dem Platz nicht zu kämpfen. Im Gegenteil, der Stürmer, den viele nach zwei erfolglosen Jahren bereits abgeschrieben haben, setzte seinen unübersehbaren Aufwärtstrend weiter fort. In der Rückwärtsbewegung machte dem Ex-Bremer ohnehin kaum ein Vertreter seiner Zunft Konkurrenz. Allein mit dem Torabschluss,
bekanntlich das eigentlich Metier eines Angreifers, hatte der Nationalspieler so seine liebe Mühe. Doch seitdem Jürgen Klopp das Zepter übernommen hat, läuft es auch für Valdez wieder rund. Beim VfL erzielte der zweifache Familienvater bereits sein sechstes Saisontor und hat damit schon jetzt, sechs Spieltage vor dem Saisonende, mehr Treffer auf dem Konto als in den beiden Vorjahren zusammen. Zudem bereitete Valdez sechs Treffer seiner Kollegen vor, auch das ein Wert, der sich sehen
lassen kann.

Dabei war sein Einsatz in Bochum lange fraglich. Erst bremsten
ihn zu Beginn der Woche Adduktorenprobleme aus, dann wurde
er von einem Magen-Darm-Infekt niedergestreckt und konnte erst am Freitag wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Dennoch hob Valdez den Daumen und signalisierte Einsatzbereitschaft. Was er da noch nicht wusste: Am Morgen vor dem Spiel sollten sich Nackenprobleme dazu gesellen. Mit Spritzen und Wärmepflastern bekam der Stürmer die Sorgen
letztlich in den Griff.

Doch nicht nur deshalb bedankte sich Valdez nach seinem Tor bei BVB-Physiotherapeut Peter Kuhnt: „Als ich am Ostersonntag mit den Adukktorenproblemen aufgewacht bin, hat er mich sofort behandelt, obwohl er gerade mit seiner Familie gefeiert hat. Nur deshalb konnte ich überhaupt spielen“, ist Valdez von der Einsatzbereitschaft Kuhnts angetan.

Was blieb, bevor der Stürmer sich in den Feierabend verabschiedete, waren Grußworte in Richtung seines Gegenspielers Marcel Maltritz: „Er hatte vor dem Spiel eine große
Klappe. Man sieht: Übermut tut selten gut.“

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