Und dabei treffen die „Kleeblätter“ auf Münchner „Löwen“, die selber noch nicht auf der sicheren Seite sind. Was RWO-Coach Jürgen Luginger nicht kümmern sollte, schließlich hat er mit seiner Combo derzeit alle Hände voll zu tun. Individuelle Fehler, Taktikschwächen, personelle Probleme. Aus dem kleinen Leistungstief kommt die Truppe nur, wenn sie die Tugenden der letzten Jahre an den Tag legt. Bedeutet: Der bedingungslose Wille, dem anderen zu helfen. Die nötige Selbstkritik ist nach den letzten vier schwachen Partien auf jeden Fall nicht auf der Strecke geblieben. So betonte zum Beispiel Daniel Embers: „Ich habe Thomas Schlieter in Rostock auf links ganz schön im Stich gelassen.“
Und Luginger ergänzt: „Das macht die Elf aus. Jeder versucht ganz schnell aus seinen Fehlern zu lernen.“ Der erste Effekt soll bereits gegen München zu sehen sein. Wobei Luginger seine erste Formation zumindest auf einer Position ändern muss. Für den gesperrten Dimitrios Pappas wird wohl Timo Uster auflaufen. „Das liegt nahe“, bestätigt Luginger, „dann müssten wir nicht so viel ändern.“

Timo Uster (Foto: firo).
Wobei es auch die Alternative gibt, Tim Kruse nach seiner abgesessenen Gelbsperre in die Dreierkette zu beordern und Tim Reichert, der in Rostock sehr positiv auffiel, in der Mannschaft zu lassen. In der Offensive hat hingegen zuletzt kaum jemand auf sich aufmerksam gemacht. Der Trainer bestätigt: „Da haben wir uns in den letzten Wochen nicht so gezeigt wie vorher. Daher stellt sich die Elf auch nicht von alleine auf. Über die Außen muss mehr kommen, die Kompaktheit hat mir generell gefehlt.“
Einige offene Fragen, Klarheit herrscht dagegen im Tor. Nach seinem ersten richtig schlechten Tag in Rostock bekommt Sören Pirson weiter das Vertrauen vom Coach: „Er bleibt im Tor, man muss einem Keeper auch eine Leistung wie gegen Hansa zugestehen. Er wird das packen, das zeigt dann auch Stärke, wenn man nach so einer Partie wiederkommt.“

Foto: firo.
Das muss er noch zeigen, genau wie die Mannschaft beweisen muss, dass sie rechtzeitig zum Saisonendspurt die Kurve bekommt. Vor dem Duell gegen 1860 betont Luginger: „Wir haben München gegen Kaiserslautern gesehen, da haben sie auch etwas Pech gehabt. Das ist ein sehr unangenehmer Gegner, der vorne brandgefährlich ist, vor allem durch Benny Lauth. Aber trotzdem denke ich, dieser Gegner passt vom Typ her zu uns.“
Was nicht auf den Testspieler der „Löwen“ zutrifft. Unter der Woche stellte sich Christoph Burkhard in Oberhausen vor, „aber ich denke, er wird uns nicht weiterhelfen“, fasst der Trainer die Eindrücke zusammen. Anders als Bochums Heinrich Schmidtgal, der „sich sehr gut präsentiert hat“, wie „Lugi“ und der Sportliche Leiter Hans-Günter Bruns erklärten. Anfang der kommenden Woche wird zudem an der Landwehr mit einem weiteren Probekandidaten gerechnet.
Der kann sich dann davon überzeugen, dass die Stimmung nach den letzten Darbietungen weiter absolut intakt ist. Luginger: „Es gibt auch keinen Grund, in eine Depression zu verfallen. Wir können alle die Situation richtig einschätzen.“

