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BVB: Fünfter Sieg in Serie und Stillstand in der Tabelle
„Der stete Tropfen höhlt den Stein“

Es war ein Bild, wie man es lange nicht gesehen hatte im Dortmunder Signal Iduna Park.

Eine Viertelstunde war es bereits her, dass Schiedsrichter Michael Kempter mit seinem Schlusspfiff den 2:0 (1:0)-Erfolg von Borussia Dortmund über den Hamburger SV besiegelte hatte, da standen noch immer mehr als 25.000 in schwarz und gelb gekleidete Menschen auf der Südtribüne, um ihren Helden zu feiern.

„Wir woll‘n den Jürgen sehen“, schallte es in ohrenbetäubender Lautstärke durch den Dortmunder Fußballtempel - und BVB-Coach Jürgen Klopp erfüllte ihren Wunsch.

„Das war eine einmalige Geste und ein Dank an die Fans“, versicherte der 41-Jährige nachher, den Weg, denn er zuvor bei Mainz beschritt, bei der Borussia nicht fortzusetzen: „Ich war 18 Jahre dort und kannte am Ende nahezu jeden Zuschauer persönlich. Hier muss die Mannschaft im Mittelpunkt stehen.“

Die Bescheidenheit Klopps in allen Ehren, doch es ist nur allzu verständlich, dass sich die Fans an diesem Tag gerade ihn herausgesucht hatten. Denn während sein Namensvetter in München vor der Saison lauthals versprach, „jeden Spieler jeden Tag besser zu machen“, handelte der Dortmunder Coach lieber als zu quatschen. Das Ergebnis lässt sich mittlerweile schon in der fünften Woche in Folge auf dem Platz verfolgen.

Denn auch gegen Hamburg kontrollierten die Schwarz-Gelben ihren Gegner - die ersten 15 Minuten ausgenommen - nahezu nach Belieben, und konnten dabei sogar verkraften, dass Jakub „Kuba“ Blaszczykowski und Tamas Hajnal nicht ihren besten Tag im BVB-Dress erwischten.

HSV-Trainer Martin Jol machte seiner Mannschaft, die innerhalb von vier Tagen nun bereits die zweite Titelchance verspielt hat, dennoch keine Vorwürfe: „Es ist komisch, dass man einem Team, das verloren hat, trotzdem ein Kompliment aussprechen kann. Die zweite Halbzeit von uns war sehr stark.“

In der Tat überließen die Dortmunder in den zweiten 45 Minuten weitestgehend den Hamburgern die Initiative und verlegten sich aufs Kontern. Auch Klopp unterstrich deshalb: „Es war nach der Pause ein sehr offenes Spiel. Wir haben aber auch nicht damit gerechnet, dass der HSV schwächelt.“

Doch die Rothosen schafften es nicht, ihre optische Überlegenheit in Chancen umzumünzen, und so blieb es lange beim sehenswerten Treffer von Sebastian Kehl, der einen wunderbaren Pass von Nuri Sahin kongenial mit der Innenseite durch die Beine von HSV-Keeper Frank Rost schob (32.).

Spätestens als Guy Demel eine Zeigerumdrehung vor dem Ende der Partie Kevin-Prince Boateng elfmeterwürdig zu Boden trat und Alex Frei in der Folge seinen elften Saisontreffer erzielte, war die Partie jedoch zugunsten der Dortmunder entschieden.
In der Tabelle brachte der fünfte Sieg in Serie allerdings herzlich wenig. Weil auch die Konkurrenz aus Schalke, Berlin und Stuttgart dreifach punktete, beträgt der Abstand auf Rang fünf weiterhin fünf Zähler.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc erteilte Rechenspielen dennoch eine Absage, sondern griff stattdessen in die große Kiste mit Volksweisheiten: „Der stete Tropfen höhlt den Stein. Das wird unser Weg sein. Wir können nicht bestimmen, ob Schalke gewinnt oder ob Bayern gewinnt. Wir können nur bestimmen, ob wir es tun.“

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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