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RWE: Blick auf den WSV und nach unten
Markus Kurth: "Es gibt keine Entschuldigung"

Es ist nicht überliefert, ob Mario Ermisch, Coach des SC Verl, nach den 90 Minuten und dem 2:0 über RWE schnell nach Hause sprang, um sich einen Anzug anzuziehen und noch ins Spielcasino zu fahren, um dort sein weiteres Glück zu machen.

Mit der Einwechselung von Kevin Freiberger zog er auf jeden Fall den richtigen Joker, der doppelt traf und RWE mit der bekannten frustrierten Auswärtsmiene zurück ins Revier schickte. "Es wurde nicht kommuniziert, unser Passspiel war sehr schlecht. Das war unter aller Sau", fasste Essens Abwehrakteur David Czyszczon die 90 Minuten zusammen.

Aus Essener Sicht, denn Verl konnte sich beglückwünschen, was man auch schnell in die Tat umsetzen wollte und die Pressekonferenz kurzer Hand abbrach. "Das ist unerklärlich, das habe ich noch nie erlebt. Es gibt keine Entschuldigung", formulierte auch ein sichtlich fassungsloser Routinier Markus Kurth. "Verl lief zehn Mal alleine auf den Torhüter zu." Der hieß bei RWE Robin Himmelmann, der seine Sache gut machte und bei den Treffern schuldlos war.

Ausgerechnet jetzt gastiert der Wuppertaler SV Borussia am kommenden Mittwoch an der Hafenstraße - das Halbfinale des Diebels Niederrhein-Pokals wird ausgezockt. Als Endspielteilnehmer wartet der Niederrheinligist VfB Speldorf, der Sieger des Finales ist für die 1. DFB-Pokalhauptrunde qualifiziert. "Wenn wir uns nicht zusammenreißen, wird das ganz haarig", prognostiziert Kurth.

Das weiß auch Essens neuer Coach Ernst Middendorp, der bei den bisherigen vier Matches, die unter seiner Verantwortung absolviert wurden, dreimal Zeuge einer Niederlage wurde. "Wir kennen die Problembereiche. Wir haben auch gegen Cloppenburg drei Tore in der identischen Art und Weise bekommen. Das ist interessant, wie man sich die Pässe gegenseitig zuspielt."

Gegen Cloppenburg schoss RWE aber selbst noch fünf Treffer - in den letzten 275 Regionalliga-Minuten passierte offensiv jedoch nichts mehr. "Im Pokal ist es immer anders, wir hoffen auf die Kehrtwende", grübelt Czyszczon vor sich hin. Es klingt wie das Pfeifen im Walde. Kurth wird da schon konkreter: "Traurig, dass man nach unten schauen muss. Wir haben weniger Abstand nach unten als nach oben." Vielleicht ist die existenzielle Bedeutung noch nicht jedem an der Hafenstraße bewusst. Kurth dazu: "Weil nicht jeder Jahre dabei ist. Wir haben viele Einsteiger in den Profifußball."

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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