Im teaminternen Wettkampf um die vier Mittelfeldstartplätze ist der 26-Jährige inzwischen auf Platz sieben abgerutscht. Beistand bekommt der Ur-Borusse von seinem Kapitän Sebastian Kehl: „Er ist jetzt wiederholt leider nicht zum Einsatz gekommen. Das ist natürlich kein leichter Zustand für ihn. Aber das hält auch die Spannung in der Mannschaft hoch, dass Qualität auf der Bank sitzt.“
Jakub „Kuba“ Blaszczykowski glänzte gegen Hamburg weniger mit seiner Schnelligkeit als mit seinem unbrechbaren Willen: Unermüdlich versuchte der Pole mit dem Kopf durch die HSV-Wand zu rennen – erfolglos. Von einer ernsthaften Krise des 23-Jährigen wollte BVB-Sportdirektor Michael Zorc jedoch nicht sprechen: „Es war sicher kein Glanzauftritt von ihm. Aber eine Verletzung, wie er sie hatte, steckt man nicht so einfach weg. Es ist eine Frage der Zeit, bis er die alte Form wieder erlangt.“
Für Unmut beim schwarz-gelben Anhang sorgte BVB-Dauerläufer Tinga nach seiner Einwechslung, als er zwei vielversprechende Kontersituationen leichtfertig vertändelte. Zorc wollte jedoch auch mit ihm nicht zu hart ins Gericht gehen: „Er wollte es in diesen Situationen fast zu gut machen.“
Stattdessen lobte der Ex-Profi die makellose Einstellung des Brasilianers: „Er ist jetzt zum dritten Mal richtig gut von der Bank gekommen und hat sofort ins Spiel gefunden. Das hat mir sehr gefallen.“
„Es war schon ein besonderes Gefühl, viermal in Folge zu gewinnen. Fünf Siege in Folge sind richtig geil“, freute sich BVB-Innenverteidiger Neven Subotic über die optimale Ausbeute der letzten Wochen. Und auch sich selbst sieht er mittlerweile wieder auf einem guten Weg: „Ich spiele jetzt seit fast zwei Monaten wieder solide. Aber es ist schön, mal wieder ein richtig gutes Spiel gemacht zu haben. Ich hoffe, es folgen davon diese Saison noch fünf weitere.“
Die Hamburger schimpften nach der Partie im Kollektiv über die Leistung von Schiedsrichter Michael Kempter. Während HSV-Coach Martin Jol zur Situation „besser nichts“ sagen wollte, demolierte sein Innenverteidiger Joris Mathijsen zuerst eine unschuldige Wasserflasche, bevor er schimpfte: „Der hat zuhause wahrscheinlich nichts zu sagen.“
Etwas unaufgeregter sah BVB-Keeper Roman Weidenfeller die Situation vor Alex Freis Elfmetertreffer zum 2:0: „Sogar ich habe, obwohl ich so weit weg stand, genau gesehen, dass Gravgaard Kevin-Prince Boateng getroffen hat. Also ist doch alles in Ordnung, oder?“
„Ich kann allen nur ein Kompliment machen, die an diesem Sieg mitgearbeitet haben“, sparte BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball nicht mit Lob für seine Kicker und den Trainerstab. Rauballs gute Laune hatte dabei mehrere Gründe: Zunächst Dortmunds Zuschlag als Standort des DFB-Fußballmuseums, dann der Sieg der BVB-Amateure und zuletzt der Erfolg der Profis. „Es war ein tolles Wochenende für ganz Dortmund. Das ist kaum zu toppen.“

