Die Namen Klopp und Klinsmann wurden diskutiert. Die Wahl fiel bekanntlich auf den früheren Nationaltrainer, dem man in München offenbar Größeres zutraute als dem Mainzer Volksheld. Er wolle jeden Spieler jeden Tag besser machen, versprach der Ex-Stürmer damals - und scheiterte innerhalb von nur zehn Monaten grandios.

Jürgen Klopp hält, was Jürgen Klinsmann versprach (Foto: firo).
Jürgen Klopp heuerte dagegen bei Borussia Dortmund an und dürfte in den letzten Wochen - auch wenn er das nie zugeben würde - belustigt zum Münchener Chaos-Treiben herübergeschaut haben. Denn während Klinsmanns Versprechen in die Hose ging, löste Klopp ein, was er nie formuliert hatte: Er machte seine Spieler besser! Jeden Einzelnen! Jeden Tag!
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ex-Nationalspieler wie Sebastian Kehl und Patrick Owomoyela dürfen sich wieder Hoffnungen darauf machen, die Vorsilbe „Ex“ in naher Zukunft zu streichen. Nuri Sahin und Jakub Blaszcykowski bilden eine ebenso starke wie perspektivisch vielversprechende Flügelzange. Und selbst Nelson Valdez, als Torjäger in Dortmund fast schon gescheitert, trifft wieder regelmäßig ins gegnerische Gehäuse.
Aus den Dortmunder Mittelmaß-Kickern ist eine Einheit geworden, die über das vielbeschworene Kollektiv funktioniert und vom Erwachen der teaminternen Konkurrenz angetrieben wird. Noch ist Klopp der Star, schon bald könnte es - wie vom Trainer gewünscht - die Mannschaft selbst sein.
Bereits jetzt verdient die Saison aus Dortmunder Sicht das Prädikat „überragend“. Der Einzug in die Euro-League wäre das berühmte Tüpfelchen auf dem „i“.

