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Deutscher Jugend-Meister Robin Malessa auf den Spuren von Timo Boll
Die Tischtennishoffnung aus dem Kohlenpott

Er ist Linkshänder wie Timo Boll. Der an Nummer vier der Weltrangliste gesetzte und derzeit verletzte mehrfache Europameister ist sein großes Vorbild. Bis zur herausragenden Klasse des deutschen Ausnahmeakteurs ist es zwar noch ein langer Weg für Robin Malessa, aber der Oer-Erkenschwicker tastet sich Schritt für Schritt an die nationale Spitze im Tischtennissport heran.

Zum Abschluss seiner Zeit als Nachwuchsspieler gewann Malessa vor zwei Wochen im rheinland-pfälzischen Nassau mit seinem Doppelpartner Philipp Floritz die Deutsche Jugend-Meisterschaft. Es ist bereits seine zweite Goldmedaille nach dem Erfolg bei den Schüler-Einzelmeisterschaften im Jahr 2006. Im Sommer wechselt der für den TTC Ruhrstadt Herne startende Malessa dann offiziell ins Männerlager. Kein großer Sprung für den 18-Jährigen. Denn seit zwölf Monaten steht das Talent bereits in der 2. Bundesliga
für die ehemalige Germania Holthausen an der Platte. „Ich will versuchen, Profi zu werden“ „Ich war an Nummer vier gesetzt. In der kommenden Saison ist es wichtig, mich hier weiter nach vorne zu spielen“, verfolgt der Pennäler des Willi-Brandt Gymnasiums in Erkenschwick ehrgeizige Ziele. „Nach meinem Abitur im Jahr 2010 will ich versuchen, mich als Profi zu etablieren“, möchte Malessa gern sein Hobby zum Beruf machen. Als einer der besten deutschen Nachwuchsspieler ein sicher berechtigter Wunsch. „Dennoch weiß ich, dass es schwer wird. Um vielleicht vom Tischtennis leben zu können, müsste ich zunächst zumindest in der 1. Bundeliga spielen. Und nur die besten 50 Spieler der Welt verdienen so richtig gut.“ Bei allem Ehrgeiz - Malessa bleibt erfrischend realistisch. Der Grund: „Darunter sind allein 30 Asiaten.“ Es ist schwer, in die besonders in China als Volkssport Nummer Eins gepuschte Elite
vorzudringen.

Um seinem großen Traum dennoch näher zu kommen, trainiert die Tischtennishoffnung aus dem Ruhrpott an drei Tagen in der Woche jeweils mindestens vier bis fünf Stunden. „Ende offen“, wie er sagt. Einmal wöchentlich reist er zum Stützpunkttraining des Westdeutschen Tischtennisverbandes nach Düsseldorf. Denn inzwischen gehört er auch dem nationalen Nachwuchskader des Deutschen Tischtennisbundes an. „Das ist der sogenannte C-Kader. Hier trainieren die besten acht Nachwuchsspieler Deutschlands. Danach kommen noch der B-Kader und die eigentliche Nationalmannschaft“, klärt Malessa alle Nichttischtennisfreaks auf. Vergleichbar ist das mit der U19 Nationalmannschaft im Fußball.

Obwohl Malessa früher aktiv gegen die Lederkugel trat und auch Tennis spielte, stand es für ihn außer Frage, sich schon früh für den Sport mit der Zelluloidkugel zu entscheiden. „Ich komme aus einer alten Tischtennis-Familie. Meine Oma, mein Opa, meine Mutter, mein Vater, der Onkel - alle haben im Verein gespielt“, lag das Tischtennisblut wohl in den Genen. Bereits mit sieben Jahren hat er im Keller seines Elternhauses regelmäßig die Kugel in die Ecken gejagt. Schon mit 13 Jahren spielte Malessa in der Seniorenmannschaft seines Stammvereins TuS 09 Erkenschwick in der Oberliga. Bis heute ist der Spin, also der mit einer extremen Aufwärtsbewegung oder mit viel Unterschnitt gespielte Ball, seine Stärke geblieben. Damit kann er bei Bedarf gut reagieren. Viel lieber nimmt er jedoch selbst das Heft des Handelns in die Hand. „Ich bezeichne mich als Angriffspieler.“

Auf seine Fußball spielenden Altersgenossen, die mit vergleichbarer Qualität schon richtiges Geld verdienen, ist er nicht neidisch. „Nein, ich habe mir meinen Sport ja ausgesucht, weil ich ihn liebe“, lassen ihn solche Gedankenspiele kalt. Kalt bleibt sein Schläger in der jetzt angebrochenen Pause zwischen der Serien allerdings nicht. „Vielleicht nominiert mich der Bundestrainer ja noch für ein Turnier. Ansonsten trainiere ich weiter. Aber es bleibt jetzt trotzdem endlich mal ein wenig Zeit, um Dinge zu machen, die ein 18-Jähriger auch gerne tut.“ Eins wird er dann mit ihnen garantiert nicht machen. „Tischtennis spielen auf dem Schulhof auf irgendwelchen Steinplatten“, lacht Malessa. „Das ist meist langweilig. Ich gebe den Jungs dann immer sieben, acht Punkte Vorsprung. Aber das langt trotzdem nie, um mich zu besiegen.“ „Ich gebe den Jungs immer sieben, acht Punkte Vorsprung.“ Und wenn es nicht klappt, mit dem Traum vom Profi-Spieler? „Dann werde ich nach dem Abitur studieren. Vielleicht werde ich Sportlehrer“, hat Malessa einen Plan B. Was er dann als Lehrer sofort einführen würde? „Na, klar. Tischtennis. Das gibt es nämlich an unserer Schule nicht“.

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