Ganz besonders entscheidend ist das Londoner Aufeinandertreffen zwischen dem FC Arsenal und dem FC Chelsea, deren Stadien gerade einmal knappe zwölf Kilometer Autostrecke auseinanderliegen. Nicht nur aus geographischer Sicht birgt diese Partie einige Brisanz, es ist das "Spiel um Platz drei", und das sogar im doppelten Sinne.
Zum einen geht es für beide Teams angesichts der aktuellen Tabellensituation - Arsenal hat zwölf Punkte Rückstand auf Manchester United, Chelsea sechs, beide haben ein Spiel mehr absolviert - nicht mehr um den Meistertitel. Das Nahziel lautet Champions Leauge und das bitte auf direktem Wege und nicht mit dem lästigen Umweg über die Qualifikation. Im Moment haben die "Blues" um Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack den dritten Rang inne, Arsenal folgt auf Rang vier. Eine Niederlage oder ein Unentschieden der "Gunners" und das Team von Arsene Wenger könnte mit dem europaweiten Scouting nach Qualifikationsgegnern beginnen.
Zudem ist das Aufeinandertreffen auch das Spiel um die inoffizielle Champions-League-Bronzemedaille. Beide Vereine mussten Mitte der Woche bittere bis tragische Rückschläge hinnehmen und im Halbfinale der "Königsklasse" ihren Wunsch nach einem internationalen Titel für diese Spielzeit begraben. Vor allem Chelsea, durch ein Last-Minute-Tor des "Barca"-Regisseurs Andres Iniesta unsanft aus allen Träumen gerissen, nimmt ein ordentliches Trauma mit in das Derby. "Wir sind enttäuscht darüber, dass wir es selber nicht gepackt haben - und über den Schiedsrichter. Ich weiß nicht, ob es Betrug war - ich hoffe nicht", erklärte Ballack im Anschluss an das dramatische Rückspiel.
Arsenal hingegen wurden eher die momentanen Grenzen aufgezeigt. Das junge Team wurde vom designierten Meister aus Manchester im heimischen Emirates Stadium auseinandergenommen und verlor 1:3. Als Krönung veröffentlichte die bekannt skandalliebende britische Yellow Press dann auch noch Fotos von Stürmer Nicklas Bendtner, vier Uhr nachts nach dem Spiel gegen "ManU", vor einem Londoner Nachtklub und mit heruntergelassenen Hosen - im wörtlichen Sinne.
Weit weniger Brisanz birgt das zweite große Derby des 36. Spieltags - zumindest im sportlichen Sinne. Wenn Manchester United den fußballerisch weit weniger erfolgreichen Nachbarn City empfängt, ist das theoretisch eine Pflichtübung. Überraschungen sind dabei aber möglich, so besiegten die "Citizens" die "Red Devils" in der Saison 2007/08 gleich zweimal. Besonders demütigend dabei das 2:1 in Old Trafford, bei dem Darius Vassell und Benjani Mwaruwari vier Tage nach dem 50. Jahrestag des Flugzeugabsturzes der "Busby Babes" in München zum 2:1-Sieg trafen.
FC Fulham - Aston Villa, Blackburn Rovers - FC Portsmouth, Hull City - Stoke City, Bolton Wanderers - FC Sunderland, FC Everton - Tottenham Hotspur, West Bromwich Albion - Wigan Athletic (alle Samstag, 16 Uhr), West Ham United - FC Liverpool (Samstag, 18.30 Uhr), Manchester United - Manchester City (Sonntag, 14.30 Uhr), FC Arsenal - FC Chelsea (Sonntag, 17 Uhr), Newcastle United - FC Middlesbrough (Montag, 21 Uhr).
