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Derby: MSV verspielt den "guten Gesamteindruck", RWO den Matchball
"Einfach nur enttäuschend"

Das Revier bebte. Der MSV und RWO lieferten sich ein heißes Derby.

Beim 1:1 (0:1)-Remis wusste aber nur das Kellerkind aus Oberhausen zu gefallen. Denn während die Gäste vor allem im ersten Durchgang ihr Heil in der Offensive suchten, versagten den Hausherren zum zweiten Mal nach Frankfurt die Nerven. „Alles, was wir uns in den letzten Monaten aufgebaut haben, hauen wir gerade mit dem Hintern wieder um“, säuerte Peter Neururer. „Das war einfach nur enttäuschend." Niedergeschlagen war indes auch RWOs Trainer Jürgen Luginger. „Wir haben zwei Punkte verschenkt. Der Sieg war zum greifen nahe.“

Stimmt. Denn der MSV war in den ersten 45 Minuten überhaupt nicht auf dem Platz und lieferte eine katastrophale Leistung ab. Die Bestrafung folgte in der 39. Minute. Björn Schlicke rutschte im Laufduell gegen Mike Terranova unglücklich weg, und der „Zehner“ brauchte das Leder nur noch in die Mitte zu schieben. Dort staubte Christopher Nöthe aus fünf Metern zum 1:0 für RWO ab. Zwar parierte Tom Starke noch den ersten Schuss des Stürmers, war beim zweiten Versuch aber machtlos. „Unsere Führung war vollkommen verdient“, resümierte Luginger.

Als die Duisburger von einem Pfeifkonzert begleitet in die Kabine stapften, sollte sie aber noch das Schlimmste erwarten. Denn Neururer knöpfte sich seine „Versager“ lautstark vor. „Er hat an unsere Ehre appelliert“, berichtete Markus Brzenska. Die Ansprache dauerte nur fünf Minuten, danach verschwand Neururer und ließ die Mannschaft mit dem Nachhall seiner Wutrede alleine. „Ich musste etwas lauter werden, denn so darf man sich nicht präsentieren“, erklärte Neururer.

Und die Duisburger, die nach nur zehn Minuten Pause wieder auf dem Feld standen, haben sich die Worte zu Herzen genommen. Denn plötzlich wurde gekämpft. „Die fußballerische Qualität ist zwar auf der Strecke geblieben, aber wenigsten haben die Jungs noch Willen gezeigt“, stellte Neururer fest.

Für die 15.756 Fans in der enttäuschend leeren MSV-Arena bot sich zwar kein Augenschmaus, aber beide Teams schenkten sich nichts und das Prestige-Derby bot alles, was das Anhängerherz begehrt. „Wir waren sehr engagiert“, analysierte Luginger. „Wir haben die Zweikämpfe angenommen und dagegengehalten.“

Doch es brachte dem Aufsteiger nicht den erhofften Dreier im Abstiegskampf. Es dauerte zwar bis zur 85.Minute, doch dann konnten die „Zebras“ jubeln. Dorge Kouemaha nahm den Ball an der Strafraumgrenze an, rutschte sogar aus, hatte aber dennoch genügend Zeit. Denn die RWO-Abwehr verhielt sich zu pomadig. Und der Kameruner donnerte das Leder in die Maschen – 1:1. „Auch wenn wir noch den Ausgleich kassiert haben, bin ich mir sicher, dass wir die nötigen Zähler noch einfahren werden um die Liga zu halten“, bilanzierte Luginger.

Neururer war derweil nicht mehr versöhnlich: „Mit dem Ergebnis bin ich natürlich unzufrieden. Wir müssen jetzt trotz der beiden gefühlten Niederlagen versuchen, den guten Gesamteindruck nicht völlig zu zerstören.“

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