Dorge Kouemaha, seines Zeichen Stürmer beim MSV. Denn der Angreifer traf nicht nur zum 1:1 und zerstörte alle vorzeitigen Rettungsträume der Gäste. Er sorgte auch für Humpeln, Schwindelgefühle und große Schmerzen bei den Oberhausenern. Daniel Embers trug nach einem Schlag einen dicken Bluterguss davon, Benny Reichert zog aus dem Duell mit Kouemaha eine Knieblessur davon.
Nach der Kernspin-Untersuchung am Dienstag gab es die ernüchternde Diagnose: Innenbandriss, Meniskuseinriss und eine Zerrung des vorderen Kreuzbandes im linken Knie. In den nächsten Tagen wird Reichert operiert und fällt mindestens sechs Wochen aus. Das ahnte der Abwehrchef aber schon direkt nach der Begegnung: „Ich gehe in den Ball rein und dann trifft der Duisburger mein Knie und es wurde sofort dick und tat höllisch weh. Ich hatte sofort ein schlechtes Gefühl.“
Neben Reichert und Embers hat es auch Schlieter erwischt, der, nachdem die Szene bereits abgepfiffen worden war, eine Volleyabnahme von Kouemaha an den Kopf bekam. Nach kurzer Pause ging es für „Air“ Schlieter, der den Ausgleich noch leicht abfälschte, weiter. Sein Fazit der Partie: „Ob das ausschlaggebend war, weiß ich nicht. Es sah aber nach einer größeren Ablenkung für den Keeper aus.“
Pech in der Defensive, davon konnte er auch vorne ein Lied singen. Zwei Chancen hatte er auf den Kopf, aber „unglaublicherweise bleibe ich mit meinem Schnürsenkel in der Stolle hängen und verpasse dadurch die Kugel.“ Was in dem Moment des Kouemaha-Abschusses nicht der Fall war. Schlieter betonte: „Der hat weh getan. Und dann muss ich kurz danach noch einen mit dem Kopf klären, habe den aber auch ganz komisch getroffen. Anschließend hatte ich Schwierigkeiten, mir war schwindelig, ich konnte die Stadionuhr kaum noch sehen. Daher hatte ich mich gefreut, weil ich die 85. Minute gelesen habe und dachte, gleich ist es vorbei. Und dann kassieren wir noch diesen dummen Ausgleich.“ Den der ehemalige Velberter in unliebsamer Erinnerung behalten hat: „Der schirmt den ab, rutscht aus und ich gehe auch nicht so zackig hin, wie es sein soll. Typisch für die letzten Wochen.“
Aber auch ein Zähler, der in der Endabrechnung sehr bedeutsam sein kann. Daher trug Schlieter zwar einen dicken Brummschädel davon, aber auch neuen Optimismus trotz acht Partien ohne eigenen Dreier: „Wenn wir uns alle zusammen reißen, sind wir eine richtig starke Truppe und nur schwer zu schlagen. Das hat man gegen den MSV gesehen, aber es ist bitter, das wir die Rettung weiter nicht klar machen konnten.“
Zumal die Personaldecke immer dünner wird. Neben B. Reichert fällt Markus Kaya gesperrt aus. Und Embers hofft, „dass es bis Sonntag reicht. Der Bluterguss im linken Oberschenkel ist schon sehr schmerzhaft.“

