Nach dem 1:0 gegen Carl Zeiss Jena hat der Traditionsklub fast genau 30 Jahre nach seiner bislang einzigen Teilnahme an einem Europapokal-Finale wieder gute Chancen, den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu schaffen. "Das wäre natürlich ein Traum", sagt Vorstandsmitglied Thomas Allofs.
Düsseldorf: Daniel - Baltes, Zewe, Zimmermann (84. Lund), Köhnen - Schmitz, Bommer, Brei (25. Weikl), Thomas Allofs - Klaus Allofs, Seel. - Trainer: Hans-Dieter Tippenhauer
Barcelona: Artola - Zuviria, Costas (66. Martinez), Migueli, Albaladejo (57. de la Cruz) - Neeskens, Asensi, Sanchez - Rexach, Krankl, Carrasco. - Trainer: Carlos Rife
Schiedsrichter: Karoly Palotai (Ungarn)
Tore: 0:1 Sanchez (5.), 1:1 Thomas Allofs (8.), 1:2 Asensi (34.), 2:2 Seel (41.), 2:3 Rexach (103.), 2:4 Krankl (111.), 3:4 Seel (114.)
Zuschauer: 58.000
Gemeinsam mit seinem weitaus berühmteren Bruder Klaus stand er am 16. Mai 1979 in der Düsseldorfer Startelf, die im St. Jakob-Stadion von Basel dem FC Barcelona mit seinen Stars um Johan Neeskens und Hans Krankl nach Verlängerung im Pokalsieger-Finale unglücklich mit 3:4 unterlag. Als Verlierer des DFB-Pokal-Endspiels von 1978 gegen den Erzrivalen 1. FC Köln (0:2) waren die Düsseldorfer ins internationale Geschäft gerutscht, weil die Geißböcke im selben Jahr auch Meister wurden.
Drei Jahrzehnte später trafen sich die Protagonisten in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens, um über die guten alten Zeiten zu plaudern. "Das war damals ein fantastisches Erlebnis", sagte der frühere Nationalspieler Gerd Zewe dem SID: "Damals konnte noch keiner ahnen, dass die guten Zeiten der Fortuna wenige Jahre später vorbei sein würden." Tatsächlich begann mit dem Abpfiff in der Schweiz der schleichende Niedergang des Traditionsvereins, der seit zehn Jahren sein Dasein unterhalb der Profiligen fristet und zwischenzeitlich sogar viertklassig war.
Zwar wurde die Fortuna 1979 (1:0 n.V gegen Hertha BSC) und 1980 (2:1 gegen Köln) Pokalsieger, anschließend ging es aber stetig bergab. 1987 folgte nach 16-jähriger Bundesligazugehörigkeit der Abschied aus dem Oberhaus, 1999 stürzten die Rot-Weißen sogar in die Drittklassigkeit. Seitdem kämpft der Klub um neue sportliche Meriten und zugleich ums wirtschaftliche Überleben.
1979 gab es solche Nöte bei dem Verein aus dem Arbeiterviertel Flingern noch nicht. "Damals hätte noch keiner daran gedacht, dass es mal so bergab geht", sagt Thomas Allofs. Er schoss damals das 1: 1, das von einigen Statistikern allerdings zunächst seinem Bruder Klaus zugeschrieben wurde. "Das erste Tor haben Klaus und ich gemeinsam geschossen, also ein Brüderpaar. Sowas gibt es sonst nirgends", sagt Thomas Allofs.
Wolfgang Seel, zweimaliger Torschütze gegen Barcelona, ärgert sich noch heute über die Niederlage: "Wir waren an dem Tag über weite Strecken die bessere Mannschaft." Der damalige Torwart Jörg Daniel, seit zehn Jahren im Trainerstab des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), denkt ebenfalls noch oft an dieses Match. "Ich wusste, wo er hinschießt und dass ich ihn halte. Wären wir ins Elfmeterschießen gekommen, hätte ich das noch mal geschafft", meinte Daniel, der in der 12. Minute einen Strafstoß von Carlos Rexach pariert hatte. Rexach (103.) und "Goleador" Krankl (111.) sorgten dann in der Verlängerung für den K.o. des Außenseiters.
Dass Fortuna aber nicht nur wehmütig zurückblickt, sondern seit einigen Tagen auch wieder positiv in die Zukunft schaut, liegt nicht nur am Ergebnis von Mittwochabend. Seit dieser Woche ist der chronisch klamme Klub in Gesprächen mit dem deutsch-israelischen Investor Daniel Jammer, der großes Interesse an einem Engagement bei der Fortuna bekundet hat.




















