Der versetzt bekanntlich Berge, und so gelang ein letztlich „schmutziger Sieg“, ein 2:1 (1:1) beim VfR Aalen, mit dem die Düsseldorfer auf den zweiten Platz klettern konnten. Dank des Unterhachinger Ausrutschers in Jena kann nun am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Werder Bremen II (13.30 Uhr) die große Aufstiegsparty steigen – ein Sieg der Fortuna gegen den Angstgegner vorausgesetzt. Bei einem Unentschieden würde sogar noch der Weg in die 2. Liga als Dritter über die Relegationsspiele winken. „Wir haben noch gar nichts erreicht“, sagte Meier, der sich dagegen wehren musste, von den jubelnden Fans auf den Schultern getragen zu werden. „Aber wenn man uns zuletzt gesagt hätte, wir können am letzten Spieltag aus eigener Kraft aufsteigen, dann hätten wir sofort eingeschlagen.“
Bis dahin bedurfte es allerdings eines ordentlichen Kraftaktes bei den abstiegsgefährdeten Aalenern. Anfangs waren die Düsseldorfer offensichtlich mit eben jenem von Meier beschworenen Glauben an sich im Aalener Scholz-Stadion aufgelaufen. Und es lief wie nach Plan, als Andreas Lambertz im Nachschuss zum 1:0 der Gäste traf (14.). Die rund 5000 mitgereisten „Fortunen“ waren schier aus dem Häuschen, zumal Unterhaching zu dem Zeitpunkt in Jena mit 0:2 zurücklag. Dass Paderborn auf einen Kantersieg gegen Burghausen zusteuerte, war da noch egal. Zwölf Minuten später jedoch nicht mehr – Fortuna hatte den Ausgleich durch den Kopfball von Steffen Bohl nach einer Ecke kassiert, Jena ebenfalls, und somit waren die Düsseldorfer nur noch Vierter. Wie gelähmt agierten die Gäste bis zur Pause vor insgesamt 7305 Zuschauern, zumal sie bereits höher hätten führen müssen. „Mit dem Ausgleich haben wir endlich auf Augenhöhe agiert“, sagte Aalens Trainer Rainer Scharinger.
Es war für die Gäste nicht gerade befeuernd, dass noch in der ersten Hälfte Rechtsverteidiger Clement Halet verletzt gegen Robert Palikuca ausgetauscht werden musste. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff schockte zudem der Ausfall von Mannschaftskapitän Andreas Lambertz die Gäste. „Lumpi“ war Ende der ersten Hälfte in einem Zweikampf mit Pascal Bader mit dem linken Knöchel umgeknickt. Somit brachte Meier in Deniz Kadah den dritten Stürmer ins Spiel – die zwangsweise Flucht nach vorne. „Eigentlich hätten wir vor dem Ausgleich nachlegen und eine Vorentscheidung herbeiführen müssen“, befand Meier.
Auch wenn das 2:1 schließlich aus dem Nichts fiel, wie der Sieg zustande gekommen war, interessierte nach dem Schlusspfiff keinen mehr. Die Fortunen-Fans stürmten das Spielfeld, nach kurzem Jubel suchten die Spieler das Weite und „Rettung“ im Kabinengang. Kapitän Lambertz jubelte: „Ein Aufstieg wäre das Schönste, ein krönender Abschluss.“ Im Chaos von Aalen wurde aber schließlich klar: Der von Meier beschworene „Glaube an sich selbst“ - und somit an den direkten Aufstieg nach zehn Jahren Dritt- und Viertklassigkeit - ist so stark wie nie. Bei Fans, Spielern und Trainer.





