Startseite » Fußball » 1. Bundesliga

VfL: Sturmduo köpft die Sorgen weg
Abstieg hätte 17 Millionen gekostet

Freitagabend, 19.59 Uhr, klingelte beim RevierSport-Mitarbeiter das Telefon.

Am anderen Ende VfL-Vorstand Thomas Ernst. Der Verantwortliche wollte eigentlich nur einen Satz loswerden: „Mach‘ Dir keine Sorgen, wir schlagen die Frankfurter Eintracht und retten uns!“

Ein Mann, ein Wort. Vor 30.420 Fans im fast ausverkauften rewirpowerSTADION gewann der VfL nach fünf Niederlagen in Folge sein letztes Heimspiel gegen die Hessen mit 2:0 (1:0) und sicherte sich einen Spieltag vor dem Saisonende den Klassenerhalt. Trotz einer katastrophalen Hinrunde mit nur elf Zählern, hat es Marcel Koller wieder einmal geschafft, die Liga zu erhalten. Vier Jahre Erstligafußball in Folge, das gab es an der Castroper Straße schon lange nicht mehr.

In den Minuten des Glücks wandte sich der Schweizer dann noch einmal an die, die allen Widrigkeiten zum Trotz an Mannschaft und Trainer geglaubt hatten: „Mir sind nicht nur ein paar Kieselsteine, sondern gleich ganze Berge vom Herzen gefallen. Die Mannschaft hat viel Einsatz gezeigt, toll gekämpft und einen hoch verdienten Sieg eingefahren. Die Fans standen wie eine Eins hinter uns.“

Dabei türmte sich vor dem Spiel gegen die Hessen ein wahrer Sorgenberg vor Marcel Koller auf. Denn niemand wird im nachhinein ernsthaft glauben, dass die lange verletzten Maltritz, Yahia, Klimowicz, Epalle und so weiter im Vollbesitz ihrer Kräfte waren. Zwei aktuellste Beispiele seien hier noch erwähnt: Mimoun Azaouagh, der wahrscheinlich schon in der kommenden Woche an der Leiste operiert wird (die OP steht seit Monaten fest) oder Philipp Bönig, der seit zwei Wochen nicht trainiert hatte und nur mit schmerzstillenden Spritzen spielen konnte und sich nach 30 Minuten auch noch eine Zerrung zuzog.

Aber gerade Bönig war es, der mutig und entschlossen voran ging. Wie überhaupt die Mannschaft nach Spielbeginn mehr und mehr den unheimlichen Druck ablegte und auch phasenweise andeutete, welche spielerischen Möglichkeiten im Team schlummern. Das erkannte auch Frankfurts Coach Friedhelm Funkel an: „Es ist eine großartige Leistung, die der VfL heute unter schwierigsten Bedingungen vollbracht hat. Das freut mich.“

Koller hatte hoch gepokert und am Ende triumphiert. Im wohl wichtigsten Spiel des Jahres den Torwart zu wechseln - Philipp Heerwagen brachte es zuvor auf lediglich 90 Erstligaminuten - verdient Respekt. Und mit Christoph Dabrowski und Anthar Yahia zwei Führungsspieler aus dem Mannschaftsrat auf die Bank zu setzen, erwies sich durch die dafür gewonnene Offensive letztlich als spielentscheidend.

Auch, weil Vahid Hashemian, neben Klimowicz zweite Spitze, endlich das zeigte, was ihn an der Castroper Straße den Namen „Hubschrauber“ eingebracht hatte. Nach einer herrlichen Flanke von der rechten Seite durch Epalle war der Iraner mit dem Kopf da und verwandelte zur vorentscheidenden Führung. Und dann war da noch Diego Klimowicz, der auch nach einer vergebenen Großchance nicht resignierte und den Ball zum zweiten Mal über die Linie beförderte.

Während nach dem Schlusspfiff des sicheren Schiris Felix Brych Bochum im kollektiven Jubel ertrank und Koller seinen Schützlingen spontan bis Mittwochmorgen trainingsfrei gab, rechnete VfL-Vorstand Ansgar Schwenken hoch: „Der Abstieg hätte uns mindestens 17 Millionen Euro gekostet.“

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

RevierSport anne Castroper
die Facebookseite für alle Bochum-Fans

RevierSport Digital

Im günstigen Abo oder als Einzelheft

Jeden Montag und Donnerstag Fußball ehrlich und echt von der Bundesliga bis zur Bezirksliga. Im günstigen Abo oder als Einzelheft auf ihrem PC, Mac oder mobilem Endgerät.