„Wenn wir Gegentore bekommen, dann Traumtore“, sagte Melka trocken.
Ranisav Jovanovic hatte sich von ständig eingeblendeten Zwischenständen auf der Anzeigetafel irritiert gefühlt: „Nach dem 1:1 kam die Nachricht vom 2:2 in Jena – das war ein Schock.“ Seine Lösung für die kommenden Tage: „Ich werde keine Zeitung kaufen – das lenkt nur ab.“
Mit Schiedsrichter Lutz Wagner hatte die Fortuna das sechste Mal das „Vergnügen“. Vor dem Duell am vorletzten Spieltag dieser Drittliga-Saison hatte es einen Sieg, vier Remis und eine Niederlage gegeben. Jetzt ist die Bilanz leicht positiv.
Unter den über Schwäbisch Gmünd ins tiefste Baden-Württemberg mitgefahrenen Fans war auch Vorstand Thomas Allofs, für den der 16. Mai besonders symbolträchtig ist. Denn es jährte sich das Europapokalfinale von Basel, in dem die Düsseldorfer um Klaus und Thomas Allofs mit 3:4 nach Verlängerung dem FC Barcelona unterlagen und das nach wie vor als „Erfolg“ und Legende in der Vereinsgeschichte gilt, zum 30. Mal. Die Westdeutsche Zeitung titelte gestern deshalb passend: „Die beste Niederlage aller Zeiten“.
Am Donnerstagvormittag, zwölf Stunden nach dem 1:0 gegen Jena am Vorabend, traf sich die aktuelle Fortuna-Mannschaft zum gemeinsamen „Ausradeln“. Trainer Norbert Meier verordnete den Spielern etwas Abwechslung zur Vorbereitung: Unter Aufsicht von Fitness-Experte Dirk Schauenberg benutzten sie die „Spinning“-Räder in der Leichathletikhalle an der Arena. Den freien Nachmittag nutzten die Spieler Marco Christ und Andreas Lambertz (jeweils mit Familie) sowie Olivier Caillas, Ranisav Jovanovic und Stephan Sieger, um gemeinsam eine Vorstellung des Circus Roncalli zu besuchen. Zerstreuung vor einem wichtigen Spiel.
Meier hatte vorsorglich 19 Spieler für den 18er-Kader mitgenommen. Sebastian Michalsky (Fortuna II/NRW-Liga) war erneut mit dabei, rückte letztlich in den Kader, als am Freitagabend klar wurde, dass Abwehrchef Jens Langeneke die Übungseinheiten auf der Anlage „Im Spiesel“ unter der Aufsicht von Physiotherapeut Bernd Restle vorzeitig abbrechen musste.
