Auch wenn der letzte Schritt noch nicht gemacht ist, stimmt sich der FSV Mainz 05 nach zwei Jahren auf die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga ein. Beim 1. FC Nürnberg blickt man hingegen auf die Relegationspiele - die wollen gleich vier Klubs im Keller der 2. Liga am letzten Spieltag abwenden. Wohl nur noch Formsache ist der Wiederaufstieg für Mainz. So sieht es zumindest Klopp. "Überragend. Sensationell. Bin stolz auf Euch." Mit diesen Worten schickte der Coach von Borussia Dortmund eine Glückwunsch-SMS an seinen ehemaligen Klub.
Die Rheinhessen haben den Sekt nach dem 2:0 bei der SpVgg Greuther Fürth zwar kalt gestellt, aber noch nicht geöffnet. "Es ist alles für die Party angerichtet, aber nur im Hinterkopf", erklärte Abwehrspieler Niko Bungert. Trainer Jörn Andersen, der gleich in seinem ersten Jahr in Mainz aus dem Schatten von Klopp getreten ist, warnte: "Wir sind noch nicht durch." Ein Punkt fehlt dem FSV noch im letzten Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen, um den Aufstieg aus eigener Kraft perfekt zu machen. An ein Wiedersehen in der nächsten Saison mit Klopp - dann bei Duellen in der ersten Liga gegen den BVB - zweifelt in Mainz so richtig niemand mehr.
In Nürnberg hat man den direkten Aufstieg abgeschrieben und konzentriert sich vielmehr auf die Entscheidungsspiele gegen den Drittletzten der ersten Liga. "Bei uns ist es offenbar üblich, alles mitzunehmen, was kommt", sagte Club-Sportdirektor Martin Bader. Der Glaube an die direkte Rückkehr ins Oberhaus ist in Nürnberg trotzdem groß. "Wir treffen in der Relegation auf eine Mannschaft, die fast die ganze Saison nur verloren hat - warum sollte die dann gewinnen", sagte Trainer Michael Oenning und fügte hinzu: "Uns ist es egal, gegen wen wir antreten." Dabei könnte es zum pikanten Duell mit Borussia Mönchengladbach und Trainer Hans Meyer, der im Februar 2008 in Nürnberg entlassen worden war.
Beim Club-Nachbarn aus Fürth ist nach dem erneut verpassten Aufstieg die Zukunft von Trainer Benno Möhlmann zunächst ungewiss. "Wir müssen schauen, ob bei allen Beteiligten genug Motivation vorhanden ist, es nochmal gemeinsam zu versuchen", sagte Möhlmann nach dem Mainz-Spiel. Ein klares Bekenntnis zum Weitermachen wollte der 54-Jährige vorerst nicht abgeben. Vereinspräsident Helmut Hack mochte zunächst keine klaren Aussagen zu seinem Duzfreund Möhlmann treffen. Der 59 Jahre alte Unternehmer machte allerdings deutlich, dass die Fürther einiges überdenken und auf den Prüfstand stellen müssten mit Blick auf die allgemeine Finanzkrise und die verpassten Mehreinnahmen durch den wieder mal misslungenen Bundesliga-Aufstieg. "Wir müssen defintiv sparen", kündigte Hack an.
Das große Zittern herrscht im Abstiegskampf. Im VfL Osnabrück (36 Punkte), Hansa Rostock (37), dem FSV Frankfurt und der TuS Koblenz (beide 38) droht noch vier Teams die Relegation gegen den Dritten der neuen dritten Liga. Reichlich Unruhe herrscht vor allem in Koblenz. Zwar hat die TuS nach dem 2:1 gegen den FC St. Pauli sportlich die besten Karten, doch die Angst vor einem erneuten Punktabzug nach dem Wechselfehler um Njazi Kuqi und Gerüchte um einen sofortigen Abschied von Trainer Uwe Rapolder zu Erstligist Arminia Bielefeld lassen in Koblenz die Alarmglocken läuten. Konkurrent Frankfurt wird zumindest keinen Einspruch gegen die TuS einlegen. "Wir möchten niemals von kleinen Fehlern profitieren, die in der Hektik des Abstiegskampfes passieren", sagte FSV-Manager Bernd Reisig.


















