Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sah von einem erneuten Punktabzug ab, wodurch den Koblenzern vor dem Saisonfinale der Absturz auf einen Abstiegsplatz erspart blieb. "Jetzt kann ich mich endlich über den Sieg freuen, nachdem ich 24 hektische Stunden hinter mir habe", sagte TuS-Manager Wolfgang Loos. Gleichzeitig hatte der 54-Jährige aber auch mit einem milden Urteil gerechnet: "Es war eine geringfügige Fahrlässigkeit. Ich war mir nach Durchsicht der Statuten eigentlich sicher, dass es nur eine Geldstrafe geben könnte. Es ist aber auch klar, dass so ein Fall ein Spieltag vor Schluss für bundesweite Schlagzeilen sorgt."

Aufregung umsonst: Uwe Rapolder hat mit seinem Team nichts zu befürchten. (Foto: firo)
In der Tat war die Aufregung am Sonntag groß, als TuS-Trainer Rapolder in der 69. Minute den Finnen Njazi Kuqi einwechseln wollte, obwohl dieser nicht auf dem handschriftlich angefertigten Spielberichtsbogen stand. Nach einem Hinweis des Schiedsrichter-Assistenten wechselte der Coach dann schnell Manuel Fischer für Fatmir Vata ein. Allerdings hatte Kuqi bereits das Spielfeld betreten, womit laut Reglement ein Verstoß vorlag. Dem Verein sei aber nur eine leichte Fahrlässigkeit vorzuwerfen, hieß es in der Urteilsbegründung des DFB. Ein Punktabzug komme nicht in Betracht, da das Spiel nach der Einwechslung von Kuqi noch nicht fortgesetzt worden war. Der FC St. Pauli hatte auf einen Protest gegen die Wertung des Spiels gleich verzichtet.
Auch der FSV Frankfurt und der VfL Osnabrück als Konkurrenten im Abstiegskampf wollten gegen die Spielwertung nicht vorgehen. "Wir möchten niemals von kleinen Fehlern profitieren, die in der Hektik des Abstiegskampfes passieren", erklärte FSV-Manager Bernd Reisig. Gleiches war aus Osnabrück zu hören. "An der Partie unbeteiligte Vereine haben kein Einspruchsrecht", sagte Sportdirektor Lothar Gans: "Außerdem ziehen wir einen Einspruch aus sportlichen Gründen nicht in Erwägung. Den Kampf um den Klassenerhalt werden wir auf rein sportlichem Weg führen."
So blickten auch die Koblenzer, die wegen eines Verstoßes im Lizenzierungsverfahren ohnehin schon mit einem Abzug von drei Punkten bestraft worden waren, am Montag schon wieder auf das `Endspiel´ beim FC Ingolstadt. "Der Partie gilt nun die volle Konzentration", meinte Loos.
