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VfL: Koller immer noch vom besten Kader aller Zeiten überzeugt
"Ich bin nicht schadenfroh"

VfL-Trainer Marcel Koller hat in den letzten Wochen bewusst auf Rechenspiele verzichtet. Am vergangenen Samstag genoss er das Bad in der Menge.

Marcel Koller, wann haben Sie mit dem Rechnen aufgehört?

Ich habe mich in den letzten Wochen an meine Vorgabe gehalten und überhaupt keine Hochrechnungen aufgestellt. Ich habe immer nur von Spiel zu Spiel geschaut.

Wann haben Sie gewusst, dass es geschafft ist?

Als Diego Klimowicz das 2:0 köpfte. Vor dem Spiel habe ich gespürt, dass die Mannschaft den Kopf frei hat und war in der ersten Halbzeit deswegen extrem ruhig und gar nicht so aufgewühlt wie sonst. Mit zunehmender Spielzeit konnte ich dann erkennen, dass meine Mannschaft die Vorgaben umsetzen kann.

Gab es in den 90 Minuten etwas, das Sie doch noch aus der Ruhe gebracht hat?

Ja, als Diego den Ball nicht ins Tor köpfte und Meier im Gegenzug fast den Ausgleich erzielt hätte. Da guckst du dann doch auf die Anzeigentafel und grübelst. Um so glücklicher war ich dann, als alles vorbei war.

Sie haben auch in dieser Saison von außen wieder „auf die Fresse“ bekommen. Verspüren Sie nun Genugtuung?

Nein. Und ich bin auch nicht schadenfroh, weil ich ja merke, wie viele Leute an diesem Verein hängen. Vieles an Kritik und Unmutsäußerungen entspringt ja dem Frust und der Angst, dass es wieder in die zweite Liga geht. In Wirklichkeit wollen sie weder dem Verein noch dem Trainer schaden. Das wird dann schnell emotional und kocht hoch. Um so wichtiger war es da, dass wir Verantwortlichen die Ruhe behalten haben. Das war entscheidend für den Klassenerhalt.

Zum Schluss seien Sie noch mal an den Satz erinnert, an den man Sie hängen wollte. Den vom „besten Kader aller Zeiten“.

Das hat sich doch bewahrheitet. Wenn ich an die verletzungsbedingten Ausfälle allein in der Rückrunde denke, wodurch alle zum Einsatz kamen, die sonst nicht gespielt haben, hat sich das doch bestätigt. Hätten wir nicht so einen breiten Kader in der Rückrunde gehabt, hätten wir nie 20 Punkte geholt. Und auch nicht den Klassenerhalt geschafft.

Und am Samstag gab es dann tatsächlich doch noch ein Trainer-Bad in der Menge.

Obwohl mir schon ein wenig mulmig war, denn bei meiner kleinen Statur musste ich immer hoch auf die Fans schauen. Da war es schön, dass das Bier nicht geflogen kam, sondern mir gereicht wurde. Ein sehr schöner Abschluss einer turbulenten Saison. Jetzt wollen wir auch in Köln noch punkten.

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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