Zu Ehren Müllers werden die Haie seine Trikotnummer 80 nie wieder vergeben. "Wir sind tief betroffen und sehr traurig. Robert war ein großartiger Mensch und eine starke Persönlichkeit. Er hat uns allen sehr imponiert und diente vielen Menschen nicht nur sportlich als Vorbild", sagte Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin. Die Gedanken seien bei Müllers Familie: "Wir wünschen ihr viel Kraft in dieser schweren Zeit." Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt. Die Familie bittet dringend darum, die Privatsphäre der Angehörigen zu wahren.
Müller wurde am 25. Juni 1980 in Rosenheim geboren, er bestritt als Torhüter 127 Länderspiele, nahm an zwei Olympischen Spielen und an acht WM-Turnieren teil. In der DEL spielte er für Rosenheim, Mannheim, Krefeld, Duisburg und Köln. Zweimal gewann er die deutsche Meisterschaft. Im März 2009 wurde er in die Hall of Fame des Eishockeys aufgenommen. Der Gesundheitszustand des unheilbar an einem Hirntumor erkrankten Robert Müller hatte sich kurz vor Weihnachten deutlich verschlechtert. Der Eishockeyprofi hatte nach zwei Hirnoperationen im November mit zwei Kurzeinsätzen sein Comeback für die Haie in der DEL gegeben. Daraufhin war er sogar von Bundestrainer Uwe Krupp für das Länderspiel gegen die Schweiz nominiert worden. Wegen seines Gesundheitszustandes konnte der Keeper diese Gelegenheit jedoch nicht wahrnehmen.
Niemanden hielt es damals auf mehr dem Sitz, tosender Applaus brandete auf, Tränen flossen, als Müller am 16. November 2008 seine Maske aufsetzte und beim 5:1 gegen die Nürnberg Ice Tigers acht Minuten vor Schluss aufs Eis lief. "Es war ein sehr ergreifender Moment", gestand Müller. Eishockey gebe ihm "in der jetzigen Situation alles", sagte der Torhüter damals nach seinem Kurz-Comeback. Doch der immer wieder nachwachsende Tumor vierten Grades im Kopf ließ eine dauerhafte Rückkehr nicht mehr zu. "Neben meiner Familie ist Eishockey das Wichtigste in meinem Leben." Müller hatte zuletzt längst nicht mehr mit der Mannschaft trainieren können. "Sein Zustand ist nicht mehr so stabil wie vor einigen Wochen", hatte Haie-Manager Rodion Pauels damals dem Kölner Stadt-Anzeiger gesagt. Und Geschäftsführer Eichin wurde von der Bild-Zeitung zitiert: "Es geht ihm von Tag zu Tag schlechter."
Am gestrigen Donnerstag verlor Müller den Kampf endgültig.
