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Ein wenig Wehmut: Podolski sagt Bayern "tschö"
"Ich ess´ jetzt wieder bei der Mutter"

Kurz vor dem Abschied kam bei Lukas Podolski ein wenig Wehmut auf.

Als er am Donnerstag von seiner Villa am Pilsensee zur Säbener Straße fuhr, geriet der Nationalspieler ins Grübeln: "Da ist mir durch den Kopf gegangen: Das ist jetzt das vorletzte Mal, dass ich zum Training fahre. Da ist man schon traurig." Aber natürlich freut sich der 23-Jährige auch auf seine Zukunft in Köln: "Ich ess´ jetzt wieder bei der Mutter."

Podolski läuft am Samstag im Millionen-Spiel gegen den VfB Stuttgart letztmals für Bayern München auf. Drei Jahre "mit Höhen und Tiefen" habe er erlebt, meint "Prinz Poldi". Nun sagt der ehemalige und künftige Kölner "tschö". Die ersten Umzugskartons sind längst gepackt. Dabei war Podolski ganz am Ende seiner Zeit in München doch noch angekommen. Es ist nicht außergewöhnlich, dass sie bei den Bayern einen Spieler mit warmen Worten und einem Blumenstrauß verabschieden. Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge hat sich bereits bedankt bei Podolski. Man werde ihm stets in Freundschaft verbunden bleiben.

Zurück zu Mama: Lukas Podolski. (Foto: firo)

Zwischenzeitlich konnte man sich bei Lukas Podolski allerdings nicht sicher sein, dass er so verabschiedet wird. Als Lausbub war der junge Stürmer mit dem gewaltigen Linksschuss ja schon lange bekannt, als ernsthaft aufmüpfiger Angestellter fiel die gar nicht mehr glückliche "kölsche Frohnatur" allerdings vor allem in seiner dritten Saison in München auf. Wochenlang war Podolski in erster Linie Querulant, weil maximal Stürmer Nummer drei. Im Januar endete das Poldi-Volkstheater mit dem Entschluss, trotz des bis 2010 datierten Vertrages schon im Sommer nach Köln zurückzukehren.

Nach der EM 2008 hatte Podolski das feste Vorhaben, beim FC Bayern nicht mehr nur Ergänzungsstürmer zu sein, wie unter Felix Magath und Ottmar Hitzfeld. Sein Förderer im Nationalteam, Jürgen Klinsmann, war jetzt Trainer, "und ich wollte nochmal angreifen, habe dann aber ständig auf der Bank gesessen. Das war Gift für mich", sagt Podolski: "Ich bin einer, der Spaß am Fußball braucht, der wurde mir genommen. Das musste ich ändern." Daher sei die Entscheidung, wieder nach Köln zu gehen, die richtige gewesen. Dass er von Klinsmann zuweilen regelrecht gedemütigt wurde, quittiert er im Rückblick mit Missachtung. "Schöne Sendung. Mit der Giraffe und so", sagt Podolski schelmisch über die Sendung Stern TV am Mittwoch, in der neben einem Beitrag über eine Giraffen-Geburt auch sein Ex-Coach aufgetreten war: "Wieso, war etwas Besonderes?"

Kurz vor seinem tatsächlichen Abschied klingt aber eben auch Wehmut durch: "Zuletzt unter dem neuen Trainer lief es gut. Wenn es vorher so gelaufen wäre, hätte ich es mir vielleicht anders überlegt." Übergangstrainer Jupp Henyckes sorgte dafür, dass Podolski aufblühte. Der Mönchengladbacher sagte über den Kölner und dessen Rückkehr ins Rheinland sogar: "Wenn ich etwas länger hier gewesen wäre, wäre das sicher anders gekommen." Auch Manager Uli Hoeneß bedauerte bereits, dass sich Podolski seine besten Leistungen für den Schluss aufgehoben hat: "Wenn er immer so gespielt hätte, würde er wahrscheinlich jetzt nicht nach Köln gehen."

Kapitän Mark van Bommel meint: "Er hat nicht alles aus sich rausgeholt. Das hat an ihm gelegen und an der Situation." Bislang 70 Bundesligaspiele und 15 Tore stehen in Podolskis Bayern-Bilanz. Mit einem Sieg und mindestens Platz zwei will er sich verabschieden, am liebsten natürlich mit dem 22. Titel für die Münchner. Tränen werde es nicht geben, die habe er sich bei seinem Weggang aus Köln auch verkniffen, sagt Podolski. Einen Vierjahresvertrag hatte er damals unterschrieben. Jetzt kehrt er vorzeitig zu seinem FC zurück - ebenfalls für vier Jahre.

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