Mit 0:1 (0:1) musste sich die Elf von Coach Nico Michaty den Kickern von der Poststraße geschlagen geben und muss in den letzten beiden Endspielen gegen Köln II und Trier somit weiter zittern. „Wir haben nicht an die Leistung der vergangenen zwei Spieltage angeknüpft“, stellte Michaty enttäuscht fest. „Uns hat sowohl die Durchschlagskraft in der Offensive, als auch die Stabilität in der Defensive gefehlt.“
Dabei bekam der VfL die nötige Schützenhilfe vom Reviernachbarn Borussia Dortmund II, der das Kellerkind aus Worms mit 6:3 abfertigte. Doch die Bochumer wussten diese Chance nicht zu nutzen und im ersten Durchgang plätscherte die Partie vor sich hin. Lediglich Mirkan Aydin sorgte mit einem Schuss aus spitzem Winkel für Gefahr (11.), doch SC-Keeper Milos Mandic klärte zur Ecke. Als Aydin noch einmal aus aussichtsreicher Position an Mandic scheiterte (22.), keimte bei den VfL-Anhängern Hoffnung auf, dass es doch schon frühzeitig mit der Zielerfüllung klappen könnte.
Doch diese wurde von Verl jäh zerstört. Bernhard Venker steuerte alleine auf Bochums Nummer eins René Renno zu. Der ehemalige Essener behielt die Nerven und klärte zur Ecke. Und dann war es geschehen. Marco Kaminski schnappte sich die Kugel, donnerte sie in die Mitte und Tim Hagedorn bugsierte das Leder zum 1:0 für den Sportclub in die Maschen (28.). Verls Trainer Mario Ermisch lachte: „Das war eine toll getimte Standardsituation. Insgesamt haben wir verdient gewonnen.“ Eine Aussage, die der verletzte VfL-Kapitän David Zajas nur abnicken konnte: „Verl hat hinten sehr gut gestanden und uns haben nach vorne einfach die Mittel gefehlt.“
Mit der schweren Bürde im Gepäck ging es dann in die Pause, in der der Fußballlehrer die passenden Wort fand. Denn die Bochumer trauten sich plötzlich mehr zu. Doch auch der für Sami El-Nounou eingewechselte Alexander Neumann schaffte die Wende nicht mehr. „Im zweiten Durchgang haben wir noch einmal alles probiert, sind aber erfolglos geblieben“, resümierte Michaty: „Wir hatten auch Glück, nicht durch einen der zahlreichen Verler Konter 0:2 oder 0:3 in Rückstand geraten zu sein.“ Und deshalb stellte Zajas auch unmissverständlich fest: „Unterm Strich war die Niederlage verdient. Aber zum Glück hat sich in der Tabelle nichts verändert, so dass wir in den kommenden beiden Spielen dafür sorgen müssen, den Klassenerhalt perfekt zu machen.“
Nur einer durfte am Samstag jubeln. Erst hat Roman Prokoph seinen Vertrag beim VfL verlängert, dann durfte der ohnehin Gelbgesperrt mit den Profis nach Köln. Doch auch diese Randnotiz interessierte Michaty nicht: „In Köln müssen wir wieder eine bessere Leistung abrufen, denn wir sind noch lange nicht durch - das haben jetzt hoffentlich alle verstanden.“
Denn schließlich soll die Party nur vertagt werden und nicht ausfallen...

