Wirkte der baumlange Innenverteidiger in der Sommervorbereitung noch wie ein Volleyballer, der versehentlich bei einem Fußball-Team gelandet war, entwickelte sich der 23-Jährige in den folgenden Monaten mit riesigen Schritten. In der Rückrunde verpasste der Brasilianer nicht eine Minute - und doch war er einmal, als es wichtig wurde, nicht auf dem Feld.
Weil sich Santana am Samstag bei einem engen Zweikampf verletzte und anschließend neben dem Feld behandelt werden musste, konnte sein eigentlicher Gegenspieler Dante ohne Bewacher durch den BVB-Strafraum marschieren und völlig frei zur 1:0-Führung der Borussia aus Mönchengladbach einköpfen.
„Das gehört einfach zum Fußball dazu. Ich denke, es war keine Ecke, weil ich vorher gefoult wurde. Aber es bringt nichts, jetzt darüber zu diskutieren. Es muss auch so weitergehen“, wollte sich der Verteidiger nach der Partie nicht auf „Hätte, Wäre, Wenn“-Spielchen einlassen, zu groß war die Enttäuschung darüber, dass in der 91. Minute der Traum von Europa platzte: „Natürlich bin ich darüber sehr traurig. Es war unser großes Ziel, im nächsten Jahr in der Europa-League zu spielen. Aber Gott stand diesmal nicht hinter uns.“
Sein Lächeln hatte der vierfache Torschütze der abgelaufenen Saison dennoch nicht verloren. Auch wenn die Trauer für den Moment groß war, blickte der „Aufsteiger“ optimistisch in die Zukunft: „Ich muss mich beim Trainerteam bedanken, dass es mich so unterstützt hat. Auch zu Beginn, als ich Probleme hatte.
Nun möchte ich mich beweisen und meinem Stammplatz behalten. Ich bin überzeugt davon, dass wir die Qualität besitzen, im nächsten Jahr in die Champions League zu kommen.“




