Das 2:2 (0:0) bei Preußen Münster hat gereicht, um den Sprung in die Dritte Liga zu schaffen. Doch was die BVB-Reserve zuvor in den 90 Minuten angeboten hat, war alles andere als eine Leistung eines Aufsteigers.
Dem Aufstiegscoach Theo Schneider wird es egal sein: „Wir sind in Münster vor vier Jahren abgestiegen, seitdem ging es nur bergauf. Und der jetzige Aufstieg ist ohne Frage das Highlight.“ Erst kurz vor dem Ende sorgte Kapitän Uwe Hünemeier durch seinen Kopfball zum Ausgleich dafür, dass die über 2.000 mitgereisten Fans in Gelb und Schwarz in ihrem Fan-Block eine Riesen-Party veranstalteten.
Die hätte Münsters Coach Roger Schmidt gerne verhindert. „Wir waren die deutlich bessere Mannschaft und hätten den Sieg verdient gehabt“, ärgerte sich Schmidt. „Das Ergebnis passt einfach nicht zum Spielverlauf.“ Da hatte der Preußen-Linienchef recht, in den ersten 70 Minuten wirkten die “BVB-Bubis“ wie gelähmt, nur die Münsteraner spielten. Kurz nach dem Wiederanpfiff wurden die Preußen dann belohnt: Der Münsteraner Julian Loose, der schon in Durchgang eins dem BVB-Linksverteidiger Nico Hillenbrand mehrfach nur seine Hacken zu sehen gab, ließ diesen erneut aussehen wie einen Kreisliga-Kicker und seine Hereingabe musste Mittelstürmer Michael Erzen nur über die Linie drücken.
Nach genau einer Stunde legte Mehmet Kara nach. Der Preußen-Spielmacher ließ nach einer schönen Kombination über die linke Seite BVB-Keeper Johannes Focher keine Abwehrchance. Der künftige Oberhausener Daniel Gordon brachte die Dortmunder per Kopf zurück ins Spiel (74.). „Ich bin kein schlechter ‚Verlierer‘, aber diesem Treffer ging ein Foulspiel voraus“, kommentierte Schmidt diese Szene. „Dabei wollten wir unbedingt den Sieg gegen den Meister.“
Der war nach dem Schlusspfiff außer Rand und Band. „Ich bin überglücklich über den Aufstieg“, erklärte Schneider. „Wir sind gegen eine hochmotivierte Münsteraner Mannschaft, die eine starke Leistung gezeigt hat, noch einmal zurückgekommen. Dafür muss ich meinen Jungs ein Riesen-Kompliment aussprechen.“ Sein Zusatz: „Ich bin sehr stolz, insbesondere auf die Rückserie, die wir gespielt haben. Wir wurden nach der Hinrunde und acht Punkten Rückstand schon abgeschrieben. Jetzt haben wir in Münster unser Meisterstück absolviert.“
Damit heißt es ab der kommenden Spielzeit: Wuppertal, Dresden und Unterhaching statt Lotte, Oggersheim und Elversberg.

