Mit elf Treffern ist er der beste Torschütze im Düsseldorfer Dress, hinzu kommen einige Vorlagen. Dennoch musste der 28-Jährige vor allem in der Rückrunde arge Kritik einstecken. Diese prallte größtenteils an ihm ab und er wurde zum Ende der Spielzeit zu dem Fortuna-Akteur schlechthin. Nicht zuletzt durch seine abgerutschte Flanke, die im langen Eck des Bremer Gehäuses einschlug und den Weg zum Aufstieg endgültig ebnete, schoss er sich in die Herzen der Düsseldorfer Fans. RS unterhielt sich mit dem teilweise genialen Rechtsfuß über die zurückliegenden Ereignisse und seine Wunschgegner in Liga zwei.
Marco Christ, beschreiben Sie uns Ihren Party-Marathon!
Ich habe an den ersten Tagen nach dem Aufstieg noch nicht so ausgelassen gefeiert, sondern viel mehr innerlich genossen. Auf Mallorca haben wir dann ordentlich die Sau raus gelassen.
Trotzdem werden die Feierlichkeiten im Stadion nicht spurlos an Ihnen vorbei gegangen sein, oder?
Es ist wirklich unglaublich, was da los war. An dieser sensationellen Stimmung hat man mal wieder gesehen, dass diese Stadt es einfach verdient hat, Zweite Bundesliga zu sehen. Diese Fans, dieses Stadion, alles gehört nicht in die Dritte Liga, sondern weiter nach oben.
Kommen wir zu Ihrer Person: Sind Sie persönlich mit der Saison zufrieden?
Ja, sehr. Ich nehme mir persönlich vor jeder Spielzeit zehn Tore vor. Das hatte ich jedoch noch nie geschafft, diesmal ist es mir endlich gelungen und ich habe elf Mal getroffen. Man muss in den ersten drei Klassen in Deutschland erst einmal einen deutschen offensiven Mittelfeldspieler finden, der eine zweistellige Anzahl an Treffern vorzuweisen hat. Außerdem habe ich noch ein paar Buden vorbereitet. Mit dieser Ausbeute kann ich durchaus leben.
Dabei war es für Sie nicht immer einfach. Stellenweise prasselte krasse Kritik auf Sie ein. Wie haben Sie das erlebt?
Ich bin mittlerweile 28 Jahre alt und kann damit umgehen. Es ist doch klar, dass man nicht 38 Spieltage lang Top-Leistungen abliefern kann. Wir sind keine Maschinen und machen dementsprechend auch schon mal schlechtere Spiele. Ich weiß auch selber, dass ich auf dem Platz hin und wieder mal Scheiße baue. Aber wichtig ist, dass ich zurückgekommen bin und beim Aufstieg helfen konnte.
Zum Beispiel mit dem entscheidenden Tor gegen Bremen II. Beschreiben Sie mal aus Ihrer Sicht dieses „krumme Ding“!
Es war ähnlich wie in der Hinrunde gegen Wuppertal. Als der Ball vom Fuß war, dachte ich nur, der könnte reingehen. Dann habe ich der Flanke hinterhergeguckt und sie wurde immer länger und länger. Anschließend habe ich dann auch abgewunken und mir gedacht, das ist unglaublich. Im Nachhinein muss man sagen, den habe ich optimal getroffen.
Jetzt sind Sie in der Zweiten Bundesliga. Auf welchen Gegner freuen Sie sich am meisten?
Eigentlich auf den 1.FC Nürnberg, aber der „Club“ wird die Relegation gegen Cottbus wohl für sich entscheiden. Ich wäre sehr gerne in meinem Heimatstadion aufgelaufen. Ansonsten freut man sich als Nürnberger natürlich auch auf Fürth. Aber mittlerweile habe ich mich auch so sehr mit der Fortuna identifiziert, dass ich auch in den Derbys gegen Oberhausen und Duisburg besonders heiß sein werde. Das war in der vergangenen Spielzeit gegen Wuppertal nichts anderes.
Momentan wartet ganz Düsseldorf auf die Vorstellung von Neuzugängen. Wie verfolgt man das Ganze als Spieler?
Wir sind eine intakte Mannschaft mit hervorragenden Charakteren. Die Leute, die kommen, werden bei uns zwar super aufgenommen, aber werden es sportlich sehr schwer haben. Schließlich geht in der Vorbereitung wieder der Kampf um die Stammplätze los. Aber bis dahin sind es noch ein paar Wochen hin.

