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Düsseldorf: Wolf Werner über Lothar Matthäus
„Er hätte mich längst angerufen“

Kaum ist die Fortuna zweitklassig, wird deutschlandweit über den Traditionsverein diskutiert.

Natürlich auch wegen des geplanten Einstiegs von Investor Daniel Jammer. Anfang der Woche ließ er verlauten: „Ich stelle dem Klub meine drei besten Spieler von Netanya zur Verfügung, wenn Lothar Matthäus Sportlicher Leiter bei der Fortuna wird.“ Keine einfache Situation für die Düsseldorfer Verantwortlichen, auf so eine Aussage zu reagieren.

Aber neben dieser Geschichte spielt ein ganz anderes Thema eine entscheidende Rolle. Wie laufen die Planungen für die kommende Spielzeit in der Zweiten Bundesliga? RS unterhielt sich mit Geschäftsführer Sport Wolf Werner über die heiß diskutierten Themen.

Wolf Werner, Sie haben zwei Jahre lang eine Mannschaft zusammengestellt, die den lang ersehnten Aufstieg in Düsseldorf geschafft hat. Wie stolz sind Sie auf dieses Werk?

Das habe ich ja nicht ganz alleine gemacht. Aber wenn ich bedenke, dass man hier in Düsseldorf zehn Jahre lang vergebens versucht hat, den Sprung in das Unterhaus zu realisieren, dann können wir mehr Respekt verlangen, als uns derzeit entgegen gebracht wird.

Was meinen Sie damit?

Was derzeit alles geschrieben wird, ist nicht gerade förderlich für unsere Arbeit. Gestern habe ich gelesen, dass wir für die Erste Liga planen können, wenn Daniel Jammer bei uns einsteigt. Die Luftschlösser, die von vielen Medien derzeit gebaut werden, helfen uns nicht weiter.

Sie haben gerade schon den möglichen Investor Jammer angesprochen. Wie häufig haben Sie eigentlich in den letzten Tagen den Namen Lothar Matthäus gehört?

Teilweise ist es ungerecht, was über Lothar veröffentlicht wird. Ich kenne ihn persönlich sehr gut und wurde auch von ihm schon mal privat nach Mailand eingeladen. Wenn er es mit der Fortuna ernst meinen würde, hätte er mich schon längst angerufen. Aber sollte es so kommen, werden wir über alles reden. Dennoch bleibe ich dabei: Es werden im Moment viele Dinge spekuliert, die Erfindungen der Medien sind.

Viele Leute warten auf den ersten Neuzugang. Wann darf man einen ersten Transfer zur Fortuna erwarten?

Erstmal müssen die Voraussetzungen geschaffen werden. Wir sind wesentlich weiter in den Planungen, wenn wir unsere finanziellen Möglichkeiten geklärt haben. Es macht doch keinen Sinn, jetzt Spieler zu verpflichten, die uns nicht verstärken. Wir müssen unsere Visionen umsetzen können und das sind Spieler von oben. Da bin ich mir mit dem Trainer einig.

Wie weit sind die Verhandlungen mit Sebastian Heidinger, Fabian Hergesell und Michael Ratajczak?

Kurz vor dem Abschluss. Es gibt noch kleinere Details zu klären. Aber ich denke schon, dass wir noch in dieser Woche mindestens einen Vertrag in trockene Tücher bringen. Das ist auch keine große Sorge von uns, denn die Spieler haben bereits signalisiert, dass sie bei uns bleiben wollen.

Noch einmal zurück zur abgelaufenen Saison: An welchem Zeitpunkt haben sie gespürt, dieses Jahr packen wir’s?

Ich hatte nach dem Unentschieden gegen Stuttgart II meine Zweifel, das war der Tiefpunkt dieser Saison. Dann ging ein Ruck durch das gesamte Team. Es war zu spüren, dass immer mehr Zusammenhalt da war. Je mehr Verletzungspech wir hatten, desto enger sind alle zusammengerückt. Wie Olivier Caillas sich zum Beispiel in die Mannschaft eingefügt hat, obwohl er auf dem Platz nicht helfen konnte. Hinzu kam, dass die Jungen, die dann eingesprungen sind, über sich hinausgewachsen sind.

Jetzt geht es in die Zweite Bundesliga. Auf welchen Gegner freuen Sie sich am meisten?

Auf alle. Aber wir haben jetzt endlich mal wieder ganz interessante Derbys. Und in denen wollen wir nicht diejenigen sein, die hinten dran sind.

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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