Nur fünf Trainerentlassungen gab es während der laufenden Spielzeit. Neben Schalkes Flop Fred Rutten musste Jos Luhukay in Mönchengladbach gehen, beim VfB Stuttgart erwischte es Meistermacher Armin Veh und in München scheiterte der Pseudo-Reformer Jürgen Klinsmann, ehe Arminia Bielefeld vor dem letzten Spieltag den Neu-Gladbacher Michael Frontzeck feuerte. Außerdem trat beim VfL Borussia noch Christian Ziege freiwillig zurück, ehe Hans Meyer an den Niederrhein zurückkehrte.
Eine ruhige Runde, die pünktlich mit dem letzten Pfiff am 24. Mai ohne Übergang ins Chaos abdriftete. Während Felix Magath seinen Wechsel vom Deutschen Meister VfL Wolfsburg zum FC Schalke da schon bekannt gegeben hatte, flogen in Frankfurt, Hamburg, Mönchengladbach und Köln die Trainerstühle in die Ecke. In den nächsten Tagen dürfte auch bei Bayer Leverkusen die Suche nach einem Nachfolger für Bruno Labbadia, der dann vielleicht schon wieder beim HSV unterschrieben hat, losgehen - und so weiter.
Das Trainerkarussell dreht sich in dieser Zeit, in der die Klubs die Planung für die neue Serie bereits längst so gut wie abgeschlossen haben müssten, so rasant wie im August bei der im Revier legendären Cranger Kirmes. Eine erschreckende Entwicklung, die nur zeigt, wie hilflos die Führungsetagen dem zwangsläufigen Auf und Ab im Fußball gegenüberstehen. Erfolg ist mit genügend Geld in gewissem Maße planbar, doch im Sport immer auch von vielen Unwägbarkeiten abhängig.
So war man sich zum Beispiel in München bei der Verpflichtung Klinsmanns einig, den großen Wurf gemacht zu haben. Die nächste Meisterschaft im Sack und dank des großen Motivators in der Champions League bald wieder auf Augenhöhe mit „Barca“ und „ManU“? Am Ende waren sich alle die „Kaisers“ und „Kalles“ einig, dass sie mit „Klinsi“ ins Klo gegriffen hatten.
Da wäre es schön, wenn der VfL Bochum sich von all den Wirren und Irren in diesem Geschäft nicht anstecken ließe. Denn das angebliche Interesse des FC Basel an Marcel Koller ist bisher ein von beiden Seiten nicht bestätigtes Gerücht.
Der Schweizer ist zwar bei den Fans an der Castroper Straße nicht beliebt, dennoch hat er im grauen Revier zwischen den Giganten Dortmund und Schalke eine absolut vorzeigbare Bilanz aufzuweisen. Jetzt die Fahnenflucht zu ergreifen, würde nicht zu seinem Stil passen. Und der VfL wäre gut beraten, um den Coach zu kämpfen, auch wenn die „Koller-raus“-Rufe beim nächsten schwächeren Auftritt der Mannschaft so sicher kommen werden wie der nächste Trainer in München - oder auf Schalke!

