Vor allem nicht, wenn derjenige Fortuna-Fan ist. Eine passende Beschreibung für das, was sich nach dem Schlusspfiff der Partie zwischen der heimischen Truppe von Trainer Norbert Meier und der Zweitvertretung von Werder Bremen abspielte, lieferte Fortuna-Verteidiger Hamza Cakir: „Man kann es nicht beschreiben, man muss es erlebt haben.“
Innerhalb von wenigen Minuten waren fast alle der über 50.000 Zuschauer auf dem Spielfeld zu finden, um sich persönlich bei ihren Aufstiegshelden zu bedanken. Es standen plötzlich Spieler im Mittelpunkt, die zwar vor der Saison hofften, mit einem Aufstieg in die Fortuna-Geschichte einzugehen, aber wahrscheinlich in der Hinrunde nicht daran geglaubt haben, am Ende eine tragende Säule dieses großartigen Erfolgs zu sein.
Sebastian Heidinger, mit zwei wichtigen Treffern und zahlreichen gefährlichen Standards eine absolute Waffe in den letzten Partien, Claus Costa, der den verletzten Stephan Sieger mit einem unglaublichen Laufpensum exzellent ersetzte, und Kai Schwertfeger, der unverhofft in die Startelf rutschte und sich dort eindrucksvoll festbiss, sind nur drei herauszuhebende Beispiele.
Für Fortuna Düsseldorf typisch lief jedoch bei weitem nicht alles so, wie sich das Vorstand und sportliche Leitung vorgestellt hatten. Angefangen beim Auftakt zuhause gegen den SC Paderborn. Mit 1:4 ging die Partie verloren und die ersten Leute legten das Thema Aufstieg schon ad acta. Zu Unrecht, wie sich im weiteren Saisonverlauf herausstellen sollte.
Denn in den restlichen 18 Hinrundenbegegnungen stand die Abwehr um Chef Jens Langeneke wieder glänzend und Keeper Michael Melka musste insgesamt nur noch zwölf Mal hinter sich greifen. Dennoch belegte man zu diesem Zeitpunkt nur den undankbaren vierten Platz. „Wir sind in Schlagdistanz und haben noch alle Chancen, zumindest den Relegationsrang zu erreichen!“ Ein Satz, den man vor der Winterpause nicht selten hörte. Dass die acht Punkte Rückstand auf den bis dahin souveränen Herbstmeister SC Paderborn noch aufgeholt werden würden, hätte damals jedoch niemand gedacht.
So ging man also frohen Mutes in die Rückserie und veränderte den Kader, im Gegensatz zu den meisten anderen Teams in der 3. Liga, so gut wie gar nicht. Lediglich Simon Terodde wurde vom MSV Duisburg ausgeliehen, in der Hoffnung, er könne den verletzten Axel Lawarée ersetzen, was ihm jedoch nicht gelang. Stattdessen sprangen neben den bereits erwähnten Kickern noch andere in die Bresche, mit denen man schon nicht mehr so richtig gerechnet hatte. Bekim Kastrati zeigte einige gute Leistungen und musste seinen Platz schließlich für den wiedergenesenen Lawarée räumen. Deniz Kadah, als Perspektivspieler geholt, zeigte sensationelle Qualitäten als Joker.
Erst brachte Meier ihn im Spiel gegen Sandhausen, in dem er einen Treffer erzielte und einen weiteren vorbereitete. Zum absoluten Helden wurde er dann am vorletzten Spieltag, als er in Aalen eingewechselt wurde und eine Viertelstunde vor dem Ende den Siegtreffer schoss. Damit versetzte er den Auswärtsblock in den Ausnahmezustand und sorgte anschließend dafür, dass der Platz im Waldstadion nach dem Schlusspfiff voll an Düsseldorfer Fans war.
Das lag jedoch auch daran, dass die Konkurrenz aus Unterhaching patzte, sodass man plötzlich am letzten Spieltag alles in der eigenen Hand hatte. Den Rest der Geschichte kennen inzwischen nicht nur alle Beteiligten. Nun haben Geschäftsführer Sport Wolf Werner und Coach Meier das geschafft, wonach sich die ganze NRW-Landeshauptstadt ein Jahrzehnt lang gesehnt hat: Die Rückkehr in die Zweite Bundesliga, die man sich nach einigen Höhen und Tiefen aufgrund des unbedingten Willens der Mannschaft am Ende verdiente.

