Gleichzeitig würde der Zweitliga-Meister SC Freiburg zunächst den Aufstieg in Erwägung ziehen, dann aber selbst einsehen, dass sie mit den „Großen“ wirtschaftlich und infrastrukturell nicht mithalten können und freiwillig in der 2. Liga bleiben. Gleichzeitig würden - sagen wir der 1. FC Köln und Borussia Dortmund - noch ums wirtschaftliche Überleben bangen. Zudem hätte das chronisch chancenlose Cottbus nach Jahren des Verlierens keine Lust mehr auf die Bundesliga und würde freiwillig erst in Liga drei gehen, um dann doch in Liga zwei zu landen, darf aber wegen eines Formfehlers schließlich beides nicht und läuft dann eben in der Oberliga auf. Klingt nach Langeweile und Chaos, ist aber noch harmlos zu dem, was sich weiter unten abspielt.
Erinnert sich noch jemand an die zweigleisige Fußball-Regionalliga? Mal angenommen, dort spielten plötzlich zu wenig Teams, daher gibt es nur noch eine Süd-Runde. Ausnahmsweise dürfen die Nord-Teams noch mal mitspielen, aber im nächsten Jahr geht es für den Zweitliga-Absteiger auf direktem Weg in Liga vier - und umgekehrt eigentlich auch? Das muss erst noch geklärt werden.
Keine Sorge, das ist alles ziemlich spinnert - wenn man die Klubnamen austauscht - ziemlich genau so aber Realität im deutschen Eishockey. Wahrscheinlich wäre jede andere Sportart zurecht um ihren Ruf besorgt. Der Rückzug der Füchse Duisburg setzt dem Wirrwarr im Eishockey aber nur noch die Krone auf. Seitdem der Abstieg aus der DEL abgeschafft ist, ist die Sportart in Deutschland kontinuierlich auf dem Weg zum Hobby für Puristen, denen es egal ist, wo und worum gespielt wird - Hauptsache Eishockey.
Für alle anderen - die Fans der Vorzeige-DEL-Teams mal ausgeklammert - stellt sich die Frage, worum man eigentlich noch fiebern oder worauf man hoffen soll. Wenn zwischen den Ligen nach Gusto durchgewechselt wird und der sportliche Erfolg nicht über Auf- und Abstieg entscheidet, spielt das deutsche Eishockey mit seiner Glaubwürdigkeit - und da geht es ausnahmsweise mal wirklich um etwas.
