Eigentlich sollte der Kapitän der „Kleeblätter“ aktuell mit Bruder Tim und einem Freund die AIDA-Tour durch das Mittelmeer genießen. Aber die Knieverletzung machte dem Abwehrmann einen Strich durch die Rechnung.
Statt Sonne, Meer und Erholung steht weider einmal die Reha auf dem Programm. Das Vereinsurgestein betont: „Ich musste die Reise leider stonieren. Schade, ich wäre gerne in den Urlaub gefahren um etwas abzuschalten. Aber wenigstens trifft man in der Reha in Düsseldorf einige andere Kicker, mit denen man sich austauschen kann.“ Wie zum Beispiel der neue Teamkollege Marinko Miletic, der nach seinem Kreuzbandriss die finalen Übungen in Düsseldorf absolviert. Reichert: „Der Junge ist gut dabei und schwer in Ordnung.“

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Gut dabei ist auch der Spielführer, der berichtet: „Es sieht ordentlich aus. In der nächsten Woche wird entschieden, ob ich am Meniskus operiert werden muss. Wenn ja, verzögert sich die Heilung um etwa eine Woche.“ Insgesamt geht man bei der Blessur von sechs bis acht Wochen Auszeit aus. Knapp vier davon hat Reichert schon hinter sich. Daher wird er den Auftakt zur Vorbereitung zwar verpassen, aber „ich habe hier schon viel am Muskelaufbau getan, daher hält sich der Rückstand dann in Grenzen.“
Wenn er auf den Platz zurückkehrt, wird er mindestens sieben neue Kicker begrüßen dürfen. Mit dem aktuellen Stand der Verhandlungen ist Reichert zufrieden: „Das sieht bisher gut aus. Jetzt fehlt nach dem Abgang von Christopher Nöthe noch ein schneller Angreifer. Denn Ronny König ist sicher im Zentrum zu Hause. Die Verantwortlichen finden schon die richtigen Akteure.“ Wie zum Beispiel den Holländer Samir El Gaaouri von VVV Venlo. Der Klub spielt in der holländischen Jupiler League, dort kam der ablösefreie Kicker in 32 Partien auf zwölf Treffer. Allerdings sind die Forderungen des Linksfußes noch zu hoch.
Dietz: „Zu den Preisen machen wir es nicht.“ Daher muss wohl Plan B her, den haben die Verantwortlichen auch in der Schublade. In Form von Testkickern mit starken linken Füßen. Am ersten Samstag nach dem Trainingsauftakt werden zwei Testspieler (ein Belgier, ein Rumäne) an der Landwehr erwartet.
Zudem soll noch ein Angreifer kommen. Coach Jürgen Luginger, der seinen AIDA-Urlaub bereits hinter sich hat, zu den Vorstellungen: „Einer, der über das Spielerische kommt.“

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Eben wie Nöthe, da mit Felix Luz und König schon zwei Strafraum-Stürmer im Kader stehen. Aber zurück zu Reichert. Seine Allrounder-Qualitäten sind bekannt, daher kommt vor der neuen Saison - egal, ob die Dreier oder Viererkette gespielt wird - die Diskussion auf, wo der Capitano sein Einsatzgebiet haben wird. Denn noch mehr Einfluss könnte er aus einer zentralen Rolle vor der Abwehr nehmen. Reichert: „Vor dem Regionalliga-Abstieg habe ich immer im Mittelfeld gespielt, daher hätte ich keine Probleme mit der Umstellung. Ich habe die Position gerne gespielt. Aber man muss sehen, wie das passt. Denn klar ist, ich laufe da auf, wo ich der Truppe am besten helfen kann.“
Helfen würde auch gerne Felix Luz, der Angreifer arbeitet weiter hart an seinem Comeback nach der monatelangen Pause wegen der Knieblessur. Reichert: „So lange nicht spielen zu können ist hart. Ich habe das selber schon erlebt. Man muss immer wieder von vorne beginnen. Wir wünschen ihm alle, dass er zurückkommt. Ich bin sicher, dass er das schafft.“
Derweil hält sich Musa Celik in der Türkei auf, um mit dem Zweitligisten Giresunspor über einen Jahresvertrag zu verhandeln.

