Dabei könnte der Teammanager nun ein Ass vom Transfermarkt gezogen haben. Dieses hört auf den Namen Sergej Neubauer, ist bis zum 30. Juni noch beim Liga-Konkurrenten 1. FC Kaiserslautern II unter Vertrag und wird bereits am Montag zur sportärztlichen Untersuchung in Essen vorstellig. Die Vertragsunterschrift soll kurz darauf erfolgen. „Ich habe mit Strunz gesprochen und Essen schon die mündliche Zusage erteilt“, bestätigt der defensive Mittelfeldspieler.
Dabei ist die Frage durchaus berechtigt, warum der Blondschopf sich überhaupt verändern will. Schließlich ging er für die Regionalliga-Auswahl nicht nur als Kapitän ins Rennen, auch in der „Ersten“ verzeichnete er in der abgelaufenen Spielzeit sechs Zweitliga-Einsätze. „Trotzdem habe ich in Kaiserslautern keine Zukunft mehr für mich gesehen. Ich war für die kommende Saison nur bei der Regionalliga-Mannschaft eingeplant und nicht bei den Profis. Doch ich wollte eigentlich den Schritt in die ‚Erste‘ machen.“ Der Mann will also hoch hinaus und begründet damit seinen Wechsel zu Rot-Weiss Essen.
„Es kann in der kommenden Saison natürlich nur darum gehen, aufzusteigen, es gibt kein Ziel, oben mitzuspielen. Schließlich bekommst du nur für den ersten Platz etwas.“ Mithelfen soll dabei auch die Kulisse, von der sich der „Sechser“ beim Auswärtsspiel an der Hafenstraße schon selbst ein Bild machen konnte. „Für mich war das ja nicht ganz so neu, weil ich auch schon in der 2. Liga am Betzenberg aufgelaufen bin, aber ich weiß schon, dass das - gerade für die jungen Spieler - schon richtig lähmend sein kann.“

Sergej Neubauer (Foto: firo).
Was genau das richtige Stichwort für einen weiteren Anwärter auf die vakante „Sechser“-Position ist: Rudi Zedi. Schon vor Wochen kontaktierte Strunz den Kapitän der Kickers Emden. „Wir waren eigentlich schon sehr weit fortgeschritten, aber seit etwa einer Woche ist nichts mehr passiert“, erklärt der 34-Jährige. Eigentlich warte er nur noch darauf, den Wechsel zu fixieren. Zumal sich die Situation zusehends verkompliziert, seit die Emder ihren Lizenzantrag für die 3. Liga zurückgezogen haben. Denn das hat natürlich weitere Interessenten auf den Plan gerufen. Vor allem Preußen Münster hat offenbar Gefallen an dem Routinier gefunden. „Natürlich sind durch die ganze Situation mittlerweile auch andere mit im Topf“, räumt Zedi ein, „aber gerade deshalb kann ich irgendwo nicht nachvollziehen, dass sich nichts tut.“
Sollte der Deal trotz der aktuellen Funkstille zustande kommen, wäre es für den gebürtigen Essener natürlich etwas Besonderes: „Klar, ich habe ja bei Rot-Weiss auch meine ersten Gehversuche im Profifußball gemacht“, erinnert sich der langjährige Düsseldorfer. Zudem würde ihn die nicht ganz einfache Aufgabe durchaus reizen: „In den Gesprächen verlief alles so, wie man sich das vorstellt. Außerdem ist die ganze Sache super interessant. Dass die Mannschaft nach so einer Saison in die Kritik gerät, ist völlig normal. Aber ich muss keinem erzählen, wie groß das Potenzial dieses Vereins ist.“ Wie groß das Potenzial der Liaison Zedi-RWE ist, steht - besonders nach dem anstehenden Neubauer-Transfer - jedoch in den Sternen.
Sicher ist indes, dass Sebastian Hille nicht an die Hafenstraße wechseln wird. Er verlängerte seinen Vertrag beim BVB II. Auch Finn Holsing, für den RWE vor längerer Zeit eine lose Anfrage gestellt hatte, ist in dieser Wechselperiode kein Thema. Der rechte Verteidiger wird in Münster gehandelt.

