Nach dem 0:0 zum Auftakt gegen Topfavorit Spanien genügt der mit dem Ziel EM-Titel angetretenen Auswahl von DFB-Trainer Horst Hrubesch im abschließenden Gruppenspiel am Montag erneut in Halmstad gegen England (20.45 Uhr/live im ZDF) wohl ein Punkt, um den erstmaligen Einzug in die Vorschlussrunde seit 1982 perfekt zu machen.
Deutschland: Neuer (Schalke 04) - Beck (1899 Hoffenheim), Höwedes (Schalke 04), Jerome Boateng (Hamburger SV), Schmelzer (Borussia Dortmund) - Khedira (VfB Stuttgart), Aogo (Hamburger SV) ab 46. Ebert (Hertha BSC Berlin) - Castro (Bayer Leverkusen), Marin (Borussia Mönchengladbach) ab 58. Ben-Hatira (MSV Duisburg) - Özil (Werder Bremen) ab 84. Wagner (MSV Duisburg), Dejagah (VfL Wolfsburg).
Finnland: Jaakola (AC Siena) - Aho (Inter Turku), Portin (FF Jaro), Turunen (Honka Epoo), Raitala (HJK Helsinki) - Mehmet Hetemaj (Panionios Athen) ab 81. Kokko (FC Honka Espoo), Sparv (Halmstads BK) - Perparim Hetemaj (AEK Athen), Hämäläinen (TPS Turku) ab 75. Otaru (Honka Espoo), Vasara (Honka Espoo) ab 64. Pukki (FC Sevilla) - Sadik (Arminia Bielefeld).
Schiedsrichter: Peter Rasmussen (Dänemark)
Tore: 1:0 Höwedes (59.), 2:0 Dejagah (62.)
Zuschauer in Halmstad: 6000
Gelbe Karten: Marin, Özil, Ebert, Schmelzer - Kokko
Nachdem sich die deutschen Junioren im ersten Durchgang nicht nur in den Augen von Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff "von den Finnen dominieren ließen", sorgte ein Doppelschlag aus dem Nichts für den ersten Sieg 2009 und großen Jubel im deutschen Lager. Zunächst köpfte der Schalker Benedikt Höwedes, der die U21 mit seinem Tor in letzter Minute in Frankreich überhaupt erst zur EM geschossen hatte, einen Freistoß von Özil ein (59.). Dann behielt der Bremer nach einem öffnenden Pass von Kapitän Sami Khedira die Übersicht, der bis dahin völlig abgetauchte Wolfsburger Ashkan Dejagah musste den Ball nur noch ins leere Tor schieben.
Da Özil trotz Rückenproblemen auflaufen konnte, nahm Trainer Horst Hrubesch nur eine zwangsbedingte Änderung vor. Statt des an einer Bänderdehnung im Knöchel laborierenden Sebastian Boenisch stand der Dortmunder Marcel Schmelzer in der Anfangsformation. Die Finnen begannen mit acht A-Nationalspielern, darunter der Bielefelder Stoßstürmer Berat Sadik. Dieser war in seinem ersten Bundesliga-Jahr allerdings nur zu 13 meist kurzen Einsätzen gekommen und ohne Tor geblieben.
Auf den Rängen im Stadion Örjans Vall gaben die Fans aus dem schwedischen Nachbarland klar den Ton an. Und auch die erste Chance hatten die Finnen durch eine Direktabnahme aus etwa 20 Metern von Jukka Raitala, die Torhüter Manuel Neuer bei tiefstehender Sonne einige Mühe bereitete (9.).

Horst Hrubesch (Foto: firo).
Die deutschen Junioren fanden wie gegen Spanien zunächst nicht ins Spiel. Zu wenig Bewegung, Unkonzentriertheiten und daraus resultierend viele leichte Fehler prägten das Bild, die Finnen zeigten deutlich mehr Biss und bestimmten das Geschehen. Khedira schaffte es im zentralen Mittelfeld erneut lange nicht, das Spiel an sich zu ziehen. Hoffnungsträger Marko Marin fiel nur durch ein böses Frustfoul am finnischen Torhüter auf, auch Özil gelang eine Stunde lang wenig. Die einzige gute Torchance im ersten Durchgang resultierte bezeichnenderweise aus einem Schnitzer der Finnen: Gonzalo Castro verfehlte mit seinem direkten Abschluss von der Strafraumgrenze aber knapp das Tor (15.). 1:7 Torschüsse in der ersten Halbzeit sprachen eine deutliche Sprache.
"Wir mussten dieses Spiel gewinnen, um die Chance auf das Halbfinale zu erhalten", sagte Hrubesch und musste eingestehen, dass die erste Halbzeit nicht gerade glanzvoll war: "Wir wussten, dass sie schwer zu spielen sind. Aber man hat in der zweiten Halbzeit gesehen, wenn wir dagegen halten, dann sind wir in Lage, solche Tore zu erzielen."
Nach dem Wechsel diente ein 20-m-Schuss von Schmelzer (53.) als Weckruf. Plötzlich setzte Özil die entscheidenden Akzente, Khedira leitete das 2:0 mit einem sehenswerten Pass ein. Neben Özil, der ab der 84. Minute von Hrubesch geschont werden konnte, überzeugte bei Deutschland vor allem Höwedes, nicht nur wegen seines Treffers.



















