Der Weltranglistenerste laboriert weiterhin an einer Knieverletzung und verkündete nach einem Test am Freitag gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka (4:6, 7:6, 3:10) auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz: "Leider werde ich in diesem Jahr nicht in Wimbledon spielen können."
Dies sei eine der schwierigsten Entscheidungen seiner Karriere gewesen. Bei der Loszeremonie im altehrwürdigen All England Club lag der Spanier noch als Nummer eins der Setzliste im Losbeutel. Sein Gegner im traditionellen Auftaktmatch auf dem Centre Court am kommenden Montag um 15.00 Uhr MESZ wäre der Franzose Arnaud Clement gewesen. Während die zehn deutschen Männer durchaus optimistisch in die erste Runde des mit insgesamt rund 14,1 Millionen Euro dotierten bedeutendsten Rasenturniers der Welt an der Church Road gehen können, droht den nur fünf Frauen ein schnelles Ende.
Sabine Lisicki (Berlin) muss gegen die Russin Anna Tschakwetadse antreten. Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) bekommt es mit der Inderin Sania Mirza zu tun. Kristina Barrois (Stuttgart) trifft auf die an 16 gesetzte Jie Zheng aus China, Qualifikantin Tatjana Malek (Bad Saulgau) spielt gegen die wiedererstarkte Jelena Dokic (Australien). Das schwerste Los zog Julia Görges (Kiel), die gleich zum Auftakt gegen die an sechs gesetzte Mitfavoritin Jelena Jankovic (Serbien) aufschlagen muss. Halle-Sieger Tommy Haas, der durch die Absage von Gael Monfils (Frankreich) an Position 24 der Setzliste gerückt ist, spielt zunächst gegen den Österreicher Alexander Peya. Nicolas Kiefer trifft auf den rumänischen Veteranen Andrej Pavel.
Vorjahreshalbfinalist Rainer Schüttler, als 30. der Weltrangliste derzeit bestplatzierter deutscher Spieler, trifft auf den belgischen Qualifikanten Xavier Malisse, und Philipp Kohlschreiber bekommt es mit dem Franzosen Florent Serra zu tun. Dem an 27 gesetzten Augsburger droht in der dritten Runde allerdings ein Match gegen den fünfmaligen Champion Roger Federer. Der Schweizer gilt nicht nur wegen der Probleme von Nadal und seines großen Triumphes von Paris erneut als Favorit. Er hat in der ersten Runde den Taiwan-Chinesen Lu Yen-Hsun als Gegner und wird als Vorjahresfinalist zum fünften Mal in Folge das Eröffnungsmatch bestreiten, sollte Nadal tatsächlich absagen.
Die britischen Hoffnungen liegen natürlich auf dem an Nummer drei gesetzten Andy Murray. Der junge Schotte meldete letzte Woche seine Mitfavoritenrolle mit dem Sieg beim Vorbereitungsturnier im Queens Club an. Sein Erstrundengegner ist Robert Kendrick aus den USA. Auch Murray könnte von einer Absage Nadals profitieren, das mögliche Halbfinale gegen den Spanier fiele dann aus, und auf Federer kann er erst im Endspiel treffen.
Zu einem deutschen Duell könnte es in der zweiten Runde kommen, wenn Philipp Petzschner (Bayreuth) und Mischa Zverev (Hamburg) ihre Erstrundenmatches gegen Rajeev Ram (USA) beziehungsweise Dimitri Tursunow (Russland) gewinnen. Benjamin Becker (Orscholz) spielt gegen Roko Karanusic (Kroatien), Björn Phau (Düsseldorf) gegen den Rumänen Victor Crivoi und Qualifikant Simon Greul (Stuttgart) gegen Michael Yani (USA).
