Und damit ist der Streit um die Stammplätze eröffnet. Einen ganz heißen Kampf darf man um den Platz zwischen den Pfosten erwarten. Vor einem Jahr war die Situation klar, wie Torwart-Trainer Manfred Behrendt betont: „Da hatte Christoph Semmler als zweimaliger Aufstiegskeeper einen klaren Vorteil.“
Jetzt sieht das alles schon ganz anders aus. Semmler bestritt bis zu seinem Kreuzbandriss in der letzten Spielzeit 14 Partien, es folgten 21 Bewährungschancen für Pirson. Und man kann bilanzieren: Er hat seine Möglichkeit beim Schopf gepackt. Daher starten die Schlussmänner aktuell mit veränderten Vorzeichen.

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Pirson will seinen Platz behaupten, Semmler will die Nummer eins zurück. Auf jeden Fall ist er gesundheitlich wieder voll auf der Höhe. Behrendt: „Er kann zu 100 Prozent angreifen und hat eine tolle Reha absolviert.“
Damit ist der Fight um die Position im Gehäuse eröffnet, eine Prognose möchte Behrendt aber noch lange nicht abgeben. „Da mache ich mir keinen Kopf. Wir werden als Team einfach wieder sehr gut zusammen arbeiten und dann ergibt sich eine Reihenfolge. Es bringt doch nichts, jetzt irgendwelche Spekulationen zu beginnen, da verbraucht man nur unnötige Energie. Und dann verletzt sich jemand und alle Prognosen sind wieder über den Haufen geworfen.“
Daher schickt der ehemalige Wattenscheider lieber eine Hoffnung hinterher: „Ich wünsche mir einfach, dass alle Jungs gesund bleiben und die Schlussmänner mit erneuten Topleistungen dazu beitragen, dass RWO wieder eine gute Saison spielt. Wer dann am Ende aufläuft, entscheidet Jürgen Luginger.“

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Und der Trainer wird sich hüten, frühzeitig eine Rangfolge bekannt zu geben. Denn Behrendt legt sich fest: „Zwischen den beiden ist es ein Duell auf Augenhöhe. Sören musste damals einspringen und er hat seine Sache klasse gemacht. Man kann sagen, dass er sich super entwickelt hat. Und Christophs Knie ist vollkommen in Ordnung, er ist komplett einsatzfähig.“
So dass eine haarige Aufgabe auf das Trainerteam wartet. Allerdings erst in einigen Wochen, bis dahin haben beide die Gelegenheit, sich mehrfach zu präsentieren. Mit einem Torwarttrainer an der Seite, der mit seinen Schützlingen mitfiebert. „Man lebt alles mit, das ist doch normal. Ich will Dinge in meinem Bereich voran bringen und es entstehen enge Verbindungen.“
Auf die man aufbauen kann, zum Beispiel nach einem Tag, den man schnell vergessen möchte. So einen erlebte Pirson in Rostock, als einfach nichts klappen wollte. Behrendt erinnert sich: „Ich kann nachempfinden, wie man sich nach so einem Match fühlt und wie das Innenleben aussieht. Ich versuche, das schnell abzuhaken und den Torwart aufzubauen, damit nach so einer Partie nichts lange hängen bleibt.“
Hinter den beiden etablierten Keeper lauern mit Kevin Luft und Marcel Dietz zwei Talente auf ihre Chance. Beide wurden in der letzten Spielzeit immer mal wieder bei den Profis eingebunden. Während Dietz nun fest zum Lizenzspielerkader gehören wird, soll Luft „immer wieder die Möglichkeit bekommen bei den Profis mitzutrainieren“, wie der Sportliche Leiter Hans-Günter Bruns berichtet.
Der Zusatz des 54-Jährigen: „Im Torwartbereich haben wir sicher keine Probleme. Neben den beiden gibt es auch in der Jugend einige hoffnungsvolle Keeper.“

